Eine Bratwurst für den guten Zweck

Viel wurde schon über den neu eröffneten Würstelstand der Vinzigemeinschaft in Ottakring berichtet. Für unzensuriert.at Grund genug, um einen Lokalaugenschein vorzunehmen.

VinziWürstelSchon von Weitem leuchtet mir das gelbe Schild "Vinzi Würstel" entgegen. Es ist der einzige Würstelstand weit und breit. Von der angrenzenden Straßenbahnhaltestelle strömen Passanten vorbei. Am Stand herrscht reges Treiben. An den beiden Stehtischen werden gerade Würstel verspeist, auch der beigestellte Holztisch ist besetzt. Im Nu bekomme ich die bestellte Bratwurst mit scharfem Senf und einer knusprigen Semmel – exakt wie von mir bestellt. Und der scharfe Senf ist wirklich scharf! Der Verkäufer mit einer gelben "Vinzi-Kappe" ist bis in die Zehenspitzen motiviert und agiert wie der Küchenchef einer Großküche. Ein kräftig gebauter Kollege assistiert ihm dabei.

Am Stand herrscht eine gemütliche Atmosphäre und alles ist sehr sauber. Und offensichtlich gibt es auch schon Stammkundschaft. Ein Herr mit Vinzi-Kappe und bundesdeutschem Akzent fragt mich, ob alles in Ordnung sei oder ob ich etwas zu bemängeln hätte. Es ist Herr Rebel, ein nunmehr obdachloser ehemaliger Manager eines US-Konzerns, der gemeinsam mit zwei anderen Obdachlosen die Idee für diesen Würstelstand hatte. "Das Geschäft läuft sehr gut" antwortet er auf meine Frage. Ein bis zwei Straßenbahnfahrgäste blieben immer hier hängen, meint er.

Herr Rebel sprüht vor Ideen. Ein Projekt, an dem er gerade arbeitet, ist eine Videowall für die Fußball-WM und er sei zuversichtlich, dass alles mit den Genehmigungen klappen wird. Und eine "Vinzi Night" mit Kabarett hat er auch schon im Kopf. Wir setzen uns an den Holztisch und plaudern noch ein wenig, dann verabschiede ich mich und ziehe wieder meines Weges.

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