Grüne Korruptions-Festspiele bei Hocheggers ORF-Auftragnehmern

Gabriela MoserDie Grünen sind im Laufe der Woche im Untersuchungsausschuss in Bedrängnis geraten. Der Nimbus der „Unberührbaren“ im Korruptions-Stadl Österreich ist in sich zusammengrbochen. Auch zahlreiche Ex-Politiker und Mitarbeiter der Öko-Partei standen auf der Payroll des zentralen Lobbyisten Peter Hochegger, wie dieser vor dem Ausschuss auspackte. Folglich brauchen die Grünen jetzt etwas mehr Sendezeit, um den Ruf wiederherzustellen. Der ORF gibt sie ihnen bereitwillig.

Gabriela Moser

Gabriela Moser

Für die U-Ausschuss-Vorsitzende Moser war die Verwicklung eigener
Parteikollegen in Hocheggers Lobbying-Netz "nichts Neues".
Foto: Unzensuriert.at

Schon in der sonntägigen Sendung Hohes Haus war die U-Ausschuss-Vorsitzende Gabriela Moser Gast im Studio, während die Vertreter der anderen Parteien (und selbstverständlich auch der Grüne Peter Pilz) auf kurze Statements im Beitrag beschränkt waren. Sie durfte ein wenig über Hocheggers Innenleben dozieren. „Nichts Neues“ will sie von ihm erfahren haben. Dass er auch Grüne bezahlte, war der Vorsitzenden demnach schon bekannt.

Noch dreister geht der ORF heute Abend vor, wenn in der Diskussionssendung „im Zentrum“ über „Die verluderte Republik“ diskutiert wird. Nachdem Moser keine Zeit hatte, lud man den Abgeordneten Peter Pilz ein und titulierte ihn als „Ausschuss-Obmann-Stellvertreter“ – was er gar nicht ist. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky fand dafür in einer Aussendung scharfe Worte:

Dass der ORF jemanden zum stellvertretenden Obmann eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses ernennt und auf Sendung bringt, der es gar nicht ist, und dafür die im Parlament tatsächlich gewählten Vertreter einfach ignoriert, als ob es im Hohen Haus gar keine diesbezüglichen Wahlen gegeben hätte, ist ein parteipolitischer Brachialakt, der eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks mehr als unwürdig ist. Dafür müssen Chefredakteur Dittlbacher und Generaldirektor Wrabetz persönlich verantwortlich gemacht werden, denn der ORF stellt sich mit dieser Argumentation gegen die demokratischen Realitäten im Hohen Haus und schafft neue.

"Die verluderte Republik" – Fallbeispiel ORF

Vilimskys Kollege im Generalsekretariat, Herbert Kickl, fasst die Geschehnisse knapp zusammen: Noch manipulativer und dreister als die derzeitige Chefetage des ORF, könne man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk einer westlichen Demokratie nicht führen. Offenbar habe der ORF mit der Auswahl bzw. Nicht-Auswahl seiner Gäste demonstrieren wollen, wie verludert die Republik bereits sei.

ORF Eingang

ORF Eingang

Im ORF geht die Angst um: Welche Starts kassierten von Hochegger?
Foto: gerhard.loub / flickr (CC BY-NC 2.0)

Was noch dazu kommt: Neben Pilz, der aus der Politik zusammen mit Werner Amon (ÖVP) und Stefan Petzner (BZÖ) geladen ist, war für die Branche der Lobbyisten und PR-Agenten eine gewisse Saskia Wallner vorgesehen. Sie war wohl auch nicht zufällig ausgewählt, ist sie doch die Ehefrau des Grünen-Bundesgeschäftsführers Stefan Wallner und als Geschäftsführerin der Agentur „Ketchum Publico“ eine der Zentralfiguren des rot-grün-schwarzen Lobbyisten-Netzwerks. Das war – nachdem der Umstand von der FPÖ aufgedeckt worden war – wohl doch zuviel des Guten. Saskia Wallner wurde in der Gästeliste durch Ingrid Vogl, die Präsidentin des PR-Verbands, ersetzt.

ORF-Stars durchforsten ihre Buchhaltung nach Hochegger-Rechnungen

Der FPÖ-Pressedienst vermutet hinter der politisch gefärbten Einladungspolitik des ORF diesmal noch zusätzlich Gründe neben der politischen Abneigung der "unabhängig roten" Verantwortlichen:

Im staatlichen Rundfunk zittern nicht wenige vor der Veröffentlichung jener Liste von Journalisten, die in den letzten Jahren von Peter Hochegger und seinem Firmenkonstrukt bzw. auch von der Telekom direkt gebucht und bezahlt worden sind. Die gestrige Andeutung von FPÖ-Generalsekretär Vilimsky hat im ORF offenbar höchste Alarmstufe ausgelöst. Dem Vernehmen nach durchforsten bereits mehrere ORF-Stars ihre Buchhaltung nach Rechnungen von Moderatorenvermittlungs- und Medientrainings-Firmen.

Ob sich der Skandal durch den Ausschluss freiheitlicher Diskussionsteilnehmer verhindert lässt, bleibt abzuwarten: Auch NEWS-Chefreporter Kurt Kuch, der heute „Im Zentrum“ ist, soll über die mit prominenten ORF-Namen gespickte Liste verfügen.

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