Schwache Armee: Israel kann Iran nicht bezwingen

21. Februar 2012 - 11:49

Zwischen Israel und dem Iran wird kräftig mit dem Säbel gerasselt. Doch amerikanische Militärexperten halten die israelische Armee für zu schwach, um es mit den Mullahs aufzunehmen. Die Israel Defense Forces wären nicht in der Lage, die iranischen Atomanlagen zu zerstören. Das Kriegsziel ist damit unerreichbar.

Die Situation im Nahen Osten heizt sich immer weiter auf. Der schiitische Gottesstaat entsandte ein Kriegsschiff und eine Versorgungseinheit nach Syrien. Die Durchquerung des Suez-Kanals sorgte seitens der Israelis für erhebliche Irritation und Verstimmungen. Israels Regierung spielt öffentlich mit dem Gedanken eines Militärschlages gegen den Iran. Die Mullahs drohen für diesen Fall erhebliche Vergeltungsmaßnahmen an. Zudem sind ihre Atomanlagen in sicheren unterirdischen Bunkersystemen geparkt. Russland hat dem Iran zusätzlich moderne Luftabwehrraketen geliefert, mit deren Hilfe die umstrittenen Zentrifugen zur Urananreicherung geschützt werden können.

Zu schwach für einen Alleingang

 

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Israels Luftstreitkräfte sind zu schwach, um den Iran zu bezwingen.
Foto: Israel Defense Forces / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Amerikanische Militärexperten bezweifeln die Möglichkeit Israels, einen Luftschlag gegen die Atomanlagen mit Erfolg bewerkstelligen zu können. „Alle möglichen Experten sagen ‚Oh ja, bombardiert den Iran‘ – aber das wird nicht so einfach sein“, warnt David Deptula, der ehemalige Chef des US-amerikanischen Luftwaffengeheimdienstes, vor übereilten Aktionen. Die Piloten müssten rund 1.600 Kilometer zurücklegen. Eine Betankung während des Fluges wäre unabdingbar, die iranische Luftabwehr würde das risikoreiche Unterfangen zusätzlich erschweren. Mindestens hundert Flugzeuge wären nötig, um Aussichten auf Erfolg zu haben. Dann wäre aber noch immer nicht sicher, ob die aus US-amerikanischer Fertigung stammenden Bunker-Buster-Raketen das tiefe Gestein durchdringen können. „Es gibt nur eine Supermacht auf der Welt, die dies schaffen kann“, gibt Deptula zu bedenken. „Israel ist ausgezeichnet, wenn es um einen selektiven Schlag hier oder dort geht.“, meint er weiter. Ein Angriff auf den Iran wäre allerdings nicht mit den Luftschlägen gegen den irakischen Atomreaktor im Jahr 1981 zu vergleichen. So oder so würde die Zerstörung der Atomanalagen nach Meinung von Experten viele Wochen in Anspruch nehmen. Genug Zeit für den Gottesstaat, Vergeltungsschläge zu verüben. Die Verbündeten Israels verkündeten unterdessen, sich vorerst nicht an militärischen Operationen beteiligen zu wollen. Auch der US-amerikanische Präsident Obama vertritt diesen Standpunkt, was zu erheblichen diplomatischen Verwirrungen zwischen den beiden ansonsten engen Bundesgenossen führte.

Auf Wirkung der Sanktionen vertrauen

Der nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, Tom Donilon, weilte am letzten Sonntag in Israel. Dort versuchte er, Regierungschef Benjamin Netanjahu von einem Verzicht auf einen Militärschlag zu überzeugen, und warnte mit Nachdruck vor den möglichen Folgen. Es wäre demnach ratsam, zuerst den Effekt der über den Iran verhängten Sanktionen abzuwarten.

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