Bruno Kreisky bezog Stellung gegen Linksextremismus in der SPÖ

Politisch wahrhaft goldene Zeiten herrschten für die österreichischen Sozialdemokraten in den Jahren 1971 bis 1983. Man herrschte mit absoluter Mandatsmehrheit und hatte als SPÖ-Parteichef und Bundeskanzler Bruno Kreisky an der Spitze. Kreiskys Patentrezept: Er bot über den engen Kern der SPÖ-Parteimitglieder hinaus Liberalen und Parteifreien an, „einen Stück Weges“ mit ihm uns seiner Partei zu gehen. Dies sicherte Kreisky 1970, 1971, 1975 und 1979 den Wahlsieg. Bei der Auswahl jener Zielgruppen, die er für seinen Kurs begeistern wollte, war der Sozialdemokrat Kreisky allerdings ideologisch wählerisch. Während er in der Mitte und auch rechts um Stimmen warb, lehnte der die linke Volksfront mit Kommunisten und anderen linksradikalen Gruppierungen konsequent ab.

Unzufriedenheit Kreiskys mit dem sozialistischen Nachwuchs

Bruno Kreisky

Bruno Kreisky

Bei Kreisky bissen Linksextreme auf Granit.
Foto: hannes.a.schwetz / flickr (CC BY-SA 2.0)

Dieser gesunde ‚Antikommunismus“ brachte den erfolgreichen SPÖ-Chef auch in Opposition zu seinen eigenen sozialistischen Nachwuchsorganisationen. In ungewöhnlich scharfer Art und Weise bezog Kreisky in seinem 1978 im Molden-Verlag erschienenen Buch „Die Zeit in der wir leben“, gegen die Jusos und deren Ideologie Stellung. Kreisky: „Natürlich gibt es irgendwo immer Reibungszonen, dort, wo die naturgemäß sehr radikale Jugend in der Partei die Grenzen überschreitet und etwa in die Nähe der Kommunisten gerät. Da muss die Partei notfalls energisch werden.“ Darüber hinaus war Kreisky insgesamt mit dem Nachwuchs in den eigenen Reihen unzufrieden:

In der Partei haben wir ja sehr viel mehr Junge, als die sogenannten „Jugendorganisationen“ glauben. Wir haben ein paar hunderttausend junge Leute. Das zeigt ja die ganze Kläglichkeit aller gegenwärtigen Jugendorganisationen, dass sie nichts mobilisieren können. Sie betreiben Inzucht. Das sind so fünfhundert von der „Jungen Generation“ die bringen nicht mehr zusammen.

Junge Generation Konecnys ein Hort des Linksextremismus?

Vor allem auf die Junge Generation in der SPÖ, deren Obmann zu diesem Zeitpunkt der heutige Altjuso und frühere Bundesrat Albrecht Konecny war, war Kreisky nicht gut zu sprechen. Auf die Frage nach den Zusammenhängen sozialistischer Jugendorganisationen mit dem Kommunismus unter dem Stichwort „Neuer Linker“ legte Kreisky noch argumentativ nach:

Beängstigend ist da jetzt die Neue Linke, die sich letzten Endes – und das gilt auch von unseren eigenen jungen Leuten  keinen Radikalismus vorstellen, ohne dass sie damit zu Kommunisten würden. […] Die jungen Leute reden in der Sprache der Kommunisten, sie kämpfen für die gleichen Ziele. Und wenn einmal die Kommunisten etwas Böses tun, fällt keinem irgendeine Aktion dagegen ein. Keinem der Linken ist es zum Beispiel eingefallen, mir eine Resolution zu schicken, der Parteivorstand der SPÖ soll gegen die Dinge protestieren, die sich in Polen abgespielt haben. Dafür fällt ihnen dann immer ein Satz ein, der dann am nächsten Tag in der kommunistischen Volksstimme steht.

Kreisky sah Sozialdemokratie durch linke Volksfront gefährdet 

Auch zur linken Volksfrontstrategie hatte der damalige SPÖ-Bundeskanzler eine klare Haltung: „In Österreich wäre Gewährenlassen genau die Methode, mit der die Sozialdemokratie die Mehrheit verlieren würde.“ Gerade wenn man die aktuelle ideologische Verbrüderung der sozialistischen Jugendorganisation mit Linksextremisten aus KPÖ und Sozialistischer Linkspartei anlässlich der gewalttätigen Ausschreitungen gegen den WKR-Ball vor wenigen Wochen sieht und gleichzeitig die bescheidenen aktuellen Wahlergebnisse der SPÖ, dann weiß man, wie berechtigt die Vorahnungen Bruno Kreiskys vor 34 Jahren waren. 

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