Reiselust der EU-Parlamentarier kommt Steuerzahler teuer zu stehen

Während der Normalbürger jeden Euro dreimal umdrehen muss und oft nur Geld für das Nötigste vorhanden ist, leben EU-Parlamentarier auch in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise auf Kosten der Allgemeinheit in Saus und Braus. Unter Berufung auf eine parlamentarische Anfrage deckt die Zeitung Preussische Allgemeine in einem Artikel eine weitere Facette der ungezügelten Verschwendungssucht des EU-Parlamentes auf.

Boeing 777

Boeing 777

EU-Parlamentarier reisen gerne auf Steuerzahlerkosten.
Foto: Arpingstone/Wikimedia

Wer eine Reise tut, der kann etwas erzählen. Viel zu erzählen haben demnach die EU-Parlamentarier, denn ganze Delegationen jetten bis in die enferntesten Winkel der Welt, darunter in Ferienparadiese wie die Seychellen. Offiziell dienen diese Reisen dem "internationalen Erfahrungsaustausch". Weshalb ein solcher Erfahrungsaustausch aber beispielsweise auf der kanarischen Ferieninsel Teneriffa stattfinden muss, bleibt das Geheimnis der Parlamentarier. Insgesamt kostete alleine diese Parlamentarierreise 707.133 Euro. Gleichartige Reisen führten nach Mexiko, Ecuador und Argentinien. Ein viertägiger Kurztrip nach Cuenca (Ecuador) für 39 Abgeordnete kostete 463.193 Euro. Kosten von 5.259 Euro pro Kopf und Tag verursachte im März 2010 ein fünftägiger Luxusaufenhalt in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Acht Tage China für elf Abgeordnete schlugen mit 176.970 Euro zu Buche. Im November 2010 führte der Weg der kontaktfreudigen Parlamentarier bis ins ferne Afrika. Die Hauptstadt des Kongo, Kinshasa, war das Ziel. Diese achttägige Gesellschaftsreise der 50-köpfigen Reisegruppe verursachte Kosten von insgesamt einer Million fünfundzwanzigtausend und fünfhundertdreißig Euro. Bei den hier beschriebenen Reisen handelt es sich allerdings nur um die Highlights des Jahres 2010.

Beim Sekretariat des EU-Parlaments angefordert hatte die Reisekostenaufstellung die britische UKIP-Abgeordnete Marta Andreasen. „Einmal mehr scheint es, dass die Mitglieder des Europa-Parlaments lieber anderen, als sich selbst Sparsamkeit predigen“, meinte die Mandatarin in einer Stellungnahme. Vor ihrer Wahl zur EU-Abgeordneten war Andreasen bei der EU-Kommission als Direktorin für Rechnungskontrolle tätig und wurde entlassen, nachdem sie sich wegen des Verdachts auf Missstände im Rechnungswesen der Kommission an das EU-Parlament und den Rechnungshof gewandt hatte. 

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