Die Scheinwelt des Wohnbaustadtrates Michael Ludwig

Michael Ludwig ist SP-Wohnbaustadtrat in Wien und gilt parteiintern als Kronprinz für den Bürgermeisterjob. Als potenzieller Nachfolger von Michael Häupl kämpft der andere Michael seit Jahren um Bekanntheit. Dafür investiert er viel Geld. Nicht sein eigenes, sondern das der Steuerzahler, mit dem er kräftig bunte Werbeeinschaltungen mit seinem Konterfei in Zeitungen platziert. Dabei kommt freilich sein Ressort, Wiener Wohnen, immer gut weg. Die Wirklichkeit sieht freilich anders aus, wie sogar das stadteigene Kontrollamt jetzt aufdeckte.

Michael Ludwig

Michael Ludwig

Mehr Schein als Sein: Wiens Wohnbaustadtrat Michael Ludwig verkauft
den Gemeindemietern sein Wiener Wohnen als heile Welt.
Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / flickr (CC BY-ND 2.0)

Michael Ludwig hat kein leichtes Erbe angetreten. Als Nachfolger von Werner Faymann, der damals als Infrastrukturminister in die Bundesregierung von Kanzler Alfred Gusenbauer wechselte, übernahm Ludwig – gelinde ausgedrückt – einen Saustall. Der musste zuerst einmal ausgemistet werden und da gab es viel zu tun, etwa die Dienstwagen-Affäre des Wiener-Wohnen-Chefs in den Medien herunterzuspielen. Doch jetzt sind auch schon ein paar Jährchen ins Land gezogen, in denen Michael Ludwig die Gelegenheit hatte, Wiener Wohnen seinen Stempel aufzudrücken. Der scheint aber auch nicht besser zu sein als jener seines Vorgängers Faymann, denn das stadteigene Kontrollamt (in dem die Roten die Mehrheit haben) rügt nun öffentlich das lahme Kundenservice von Wiener Wohnen.

So wurde etwa eine Mieterin nach der Meldung eines Wasserschadens tagelang vertröstet. Bewohner eines Hauses meldeten ein Gasgebrechen mit den Folgen: kein Warmwasser, keine Heizung. Es dauerte Tage, bis der Schaden behoben wurde. Die Liste der Versäumnisse ließe sich beliebig weiterführen. Der ärgste Missstand: Obwohl es immer wieder zu Todesfällen kommt, ignoriere Wiener Wohnen die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsüberprüfungen bei Gasanlagen, so das Kontrollamt. Herbe Kritik gibt es auch bei Buchhaltung und – wie so oft bei der Stadt Wien – „nicht nachvollziehbare Aufwendungen“.

M wie Märchenonkel

Fazit: Während Michael Ludwig mit vierfärbigen Zeitungsinseraten und Glanzmagazinen den Gemeindemietern eine heile Welt bei Wiener Wohnen vorgaukelt und in einem Aufwaschen auch gleich sich selbst als Saubermann in den Vordergrund  stellt, geht es in hinter den Kulissen von Wiener Wohnen, wie das Kontrollamt nun feststellt, gar nicht so kundenfreundlich zu. Sollte Ludwig tatsächlich Michael Häupl als Bürgermeister nachfolgen, so hat er mit dem amtierenden Stadt-Boss jedenfalls eines schon gemein: Das „M“ beider Vornamen steht für Märchenonkel.

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