Grüner „Aufdecker“ Pilz ignoriert Fall Kampusch völlig

Demnächst wird der Endbericht des geheimen Unterausschusses zur Causa Kampusch präsentiert. Die Parlamentarier werden neue Ermittlungen fordern. Der Ausschussvorsitzender Werner Amon (ÖVP) zweifelte zuletzt öffentlich an der Einzeltätertheorie. Seine FPÖ-Kollegin Dagmar Belakowitsch Jenewein sprach von Verdachtsmomenten, die sich auf Ernst H., den Freund on Priklopil, fokussieren würden. Auch am Selbstmord Priklopils wird mittlerweile massiv gezweifelt.

Peter Pilz

Peter Pilz

Peter Pilz hat offenbar keinen einzigen Kampusch-Geheimakt gelesen.
Foto: bobschi / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Nun hat das Innenministerium – noch vor Ende des Ausschusses – beschlossen, auch ausländische Ermittler zu beauftragen. Laut Ö1 laufen Gespräche mit der US-Bundespolizei FBI und dem deutschen Bundeskriminalamt. Die Vertreter von drei Parteien (ÖVP, FPÖ und BZÖ) haben sich dazu positiv geäußert, FPÖ-Obmann HC Strache hatte FBI-Ermittlungen sogar dezidiert verlangt. Nur die Grünen sind skeptisch bis ablehnend und wollen keine neuen Erkenntnisse sehen, auf deren Basis es sich lohnen würde, neue Ermittlungen zu führen. Diese Meinung vertritt Peter Pilz.

Die freiheitliche Vertreterin im geheimen Unterausschuss, Dagmar Belakowitsch-Jenewein hat nun öffentlich gemacht, warum die Grünen offenbar keine neuen Erkenntnisse sehen wollen:

Eine nicht unbedeutende Anzahl von Akten konnte nur in einem dafür eingerichteten Raum eingesehen werden, unter strenger Kontrolle der Parlamentsbeamten. Jeder Besuch von Abgeordneten ist lückenlos dokumentiert und mit Unterschrift gegengezeichnet. „Einzig und allein die Fraktion der Grünen hat diesen Raum offenbar kein einziges Mal betreten. Das ist anhand der Unterschriftenliste eindeutig nachweisbar“, berichtet Belakowitsch-Jenewein.

Über die Motive der Grünen Untätigkeit, der der üble Geruch von Vertuschung anhaftet, kann nur spekuliert werden. Für Belakowitsch-Jenewein ist jedenfalls klar, dass die nachlässige Arbeitsweise von Pilz und seinen Mitarbeitern „auch ein bezeichnendes Licht auf den Umgang der Grünen mit Kindesmissbrauchs-Fällen“ werfe.

 

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