Wilhelm Exner zum 170. Geburtstag!

Der Gründer des Technologischen Gewerbemuseums, wie auch der Gründer des Technischen Museums feiert heuer seinen 170. Geburtstag! Wer aber war dieser große Wissenschafter, Techniker, Politiker und Pädagoge?

Wilhelm Exner wurde als Sohn eines Gänserdorfer Bahnhofsvorstandes am 9. April 1840 in Gänserndorf geboren, wo er auch seine Jugend verbrachte. Mit seiner Familie übersiedelte er 1853 nach Wien, wo er das Polytechnische Institut absolvierte. Seiner Begabung als Pädagoge konnte er als Mittelschullehrer in der böhmischen Stadt Elbogen, von 1862 bis 1868, nachgehen. Wegen seiner herausragenden sprachlichen Begabung wurde Exner immer wieder zu internationalen Ausstellungen entsendet, von wo er immer wieder mit Ideen und Kontakten heimkehrte, welche er teilweise bis ins hohe Alter nützen bzw. umsetzen konnte.

Im Jahre 1869 wurde Exner Professor an der Forstakademie in Mariabrunn, wo er mit deren Überleitung in die Wiener Hochschule für Bodenkultur betraut war. Nach der erfolgreichen Eingliederung wurde Exner Professor für allgemeine mechanische Technologie und forstliches Bau- und Maschineningenieurwesen. Bis in das Jahr seiner Pensionierung (1900) bekleidete Exner mehrmals das Amt des Rektors der Wiener Hochschule für Bodenkultur. Seine Forschungsschwerpunkte waren vor allem die mechanische Technologie des Holzes und das technische Versuchs- und Unterrichtswesen.

Exner gründete 1879 das Technologische Gewerbemuseum in Wien, als dessen Träger der niederösterreichische Gewerbeverein fungierte. Am TGM führte Exner Lehr- und Versuchsanstalten ein, zur Aus und Weiterbildung von technischen Führungskräften und wurde somit zum Schöpfer der modernen Beruf ausbildenden Schule in Österreich.

Seit dem Besuch der Pariser Weltausstellung von 1867 beseelte Exner der Wunsch, ein österreichisches technisches Museum zu errichten. Im Zuge der Vorbereitungen zum 60 jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers Franz Joseph I. konnte die Gründung des "technischen Museums für Gewerbe und Industrie" realisiert werden. Im Jahre 1909 legte Franz Joseph I. den Grundstein für den Neubau und 1918 wurde das Museum offiziell eröffnet.

Seine politische Tätigkeit, er war von 1882 bis 1897 Reichstagsabgeordneter der Deutschliberalen Partei und 1905 wurde er Mitglied des Herrenhauses, ermöglichte Exner seine Visionen auch in die Tat umzusetzen. Zu seinen herausragendsten Leistungen zählt unter anderem: die Einrichtung von Arbeiterkammern, des TÜV Österreich (welchen er von 1917 bis 1931 leitete) das von ihm erarbeitete "Lex Exner". Ebenso war er maßgebend an der Entwicklung des Gewerbeförderungsamtes und des Niederösterreichischen Gewerbevereins und des Österreichischen Forschungsinstitutes für Geschichte der Technik beteiligt.

Wilhelm Exner verstarb am 29 Mai 1931 in Wien und wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien am Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Die von Exner, erstmals 1921, verliehene Wilhelm-Exner Medaille ist derzeit Österreichs höchste Ehrung für den Techniktransfer.

In Wien wurden die Leistungen dieses bedeutenden Wissenschaftlers durch eine Straßenbenennung gewürdigt. Auch in seiner Geburtsstadt Gänserndorf ist ein Platz nach ihm benannt. Im Wiener Palais Eschenbach, trägt der wohl prunkvollste Saal des Hauses, der Wilhelm Exner Saal, seinen Namen.

Wilhelm Exner war Alter Herr der Wiener akademischen Burschenschaft Olympia und einer der Organisatoren des legendären Schiller Fackelzuges von 1859.

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