Die sonderbaren Glückwünsche des Michael Häupl

Wenn man als Wiener Bürger aus dem Bürgermeisterbüro Post bekommt, dann hat dies meistens mit einem runden Geburtstag, Jubiläum oder sonstigen festlichen Anlass zu tun. Stehen Wahlen an, kann es sich aber auch um subtile oder plumpe Wahlwerbung handeln. Ein Wiener Bürger, Alexander Spritzendorfer, nebenbei Grüner Bezirksvorsteher-Stellvertreter in Wien-Josefstadt, erhielt vor kurzem eine Nachricht der besonderen Art. Spritzendorfer feierte seinen 49. Geburtstag. Dies nahm das Büro des Wiener SPÖ-Bürgermeisters zum Anlass, Glückwünsche an den Grünen Bezirkspolitiker zu richten. Der Inhalt der Glückwünsche ging jedoch ziemlicham Anlassfall vorbei. Auf Krone.at wurde nunmehr das Orginal veröffentlicht.

SPÖ-Bürgermeister definiert seine Wiener als träge Nörgler

Häupl

Michael Häupl

Häupl leidet an Nörgelei, Skepsis und Trägheit
Foto: Manfred Werner / wikimedia / (CC BY-SA 3.0)

Offensichtlich immer noch durch das letzte Wahlergebnis vom Oktober 2010 in schwerer Irritation, lässt Häupl seine Wienerinnen und Wiener als träger Nörgler voller Skepsis erscheinen, wenn er die Formulierung zulässt: „Wir sind auf dem richtigen Weg, wenn wir in Wien die Ereignisse zueinander kommen lassen und es gezielt erwarten können, bis sich die Wiener Trägheit, Skepsis und Nörgelei durchmischen.“ Doch es wird noch wirrer: „Im Grenzland der Plausibilität gibt es einen gewachsenen Wert des Glücks – jene Lebensqualität, die manch Wiener Seele Relevanz entlockt.“

Nimmt Häupl den Koalitionspartner nicht ernst?

Im letzten Teil des Glückwunschbriefes ist man geneigt, endgültig davon auszugehen, dass Häupl seinen Koalitionspartner Spritzendorfer als befeiertes Geburtstagskind nicht ernst nimmt, wenn er diesem „weiterhin viel Gedankenskraft“ wünscht, „um phänomenale Ziele auf den Boden zu bringen.“  Auch wenn davon auszugehen ist, dass Häupl höchstwahrscheinlich nicht selbst getextet hat, allein dass sein Mitarbeiterstab solche Gedanken im Namen des Bürgermeisters zu Papier bringt, lässt in die Bunkerstimmung tief blicken, die offensichtlich unter dem Motto „Michael allein zuhaus“ steht.

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