Griechische Pensionsfonds boykottieren Schuldenschnitt

Bis zum Abend des 8. März muss das marode Euro-Land Griechenland seinen Schuldenschnitt mit den privaten Gläubigern aus den Reihen der Banken, Versicherungen und sonstigen Finanzinstitute unter Dach und Fach gebracht haben. Führt diese Verhandlungsrunde zu keinem positiven Ergebnis, dann hängt die Sanierung des EU-Mitglieds wieder völlig in der Luft. Im Kern sollen diese privaten Gläubiger erklären, ob sie den geplanten Schuldenschnitt unterstützen und im Zuge dessen auf exakt 53,5 Prozent ihrer bisherigen Forderungen verzichten. Um den Schuldenschnitt erfolgreich über die Bühne zu bringen, müssen allerdings drei Viertel der Gläubiger dem auch zustimmen. Wird das Quorum nicht erreicht, scheitert das zweite EU-Hilfspaket und Griechenland steht vor der unvermeidlichen Staatspleite.

206 Milliarden Euro vom Schuldenschnitt betroffen

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Grieche Pensionsfonds gegen Schuldenschnitt!
Foto: Stefan Merkle / Fotolia.com

Insgesamt geht es um eine Summe von 206 Milliarden Euro, die vom Schuldenschnitt betroffen sind. Stimmen 75 Prozent der Gläubiger zu, dann ist mit 75 Milliarden an Schuldenreduktion zu rechnen. Liegt die Zustimmung bei über 90 Prozent, dann könnte man eine Reduktion von bis zu 100 Milliarden  Euro erreichen. Während sich der zuständige EU-Währungskommissar Olli Rehn und Griechenlands sozialistischer Finanzminister Evangelos Venizelos in Zweckoptimismus üben, ist die Stimmung bei den betroffenen Gläubigern nicht so rosig. Da und dort regt sich Widerstand gegen diesen hohen Schuldenerlass, der ein Scheitern noch möglich machen könnte.  

Griechische Pensionsfonds lehnen ab

So kommt ausgerechnet aus den eigenen griechischen Pensionsfonds massiver Widerstand gegen den Schuldenschnitt. Fünf mächtige griechische Pensionsfonds, die die Altersvorsorge für Unternehmer, Journalisten und Polizisten organisieren, sind dagegen. Obwohl es insgesamt nur um einen Betrag von etwas mehr als zwei Milliarden geht, hat dieses Njet der griechischen Pensionsfonds weit über den Anlassfall hinaus Signalwirkung. Venizelos zeigt sich gegenüber Medien zwar optimistisch für eine freiwillige Annahme, drückte kürzlich im Athener Parlament aber auch die Collective Action Clause (CAC) durch, die auch eine zwangsweise Reduktion gegenüber unwilligen Gläubigern zum Inhalt hat. Wird dies nötig, so ist nicht abzusehen, wie sich das auf die zukünftige Verlässlichkeit Griechenlands als Schuldner auswirken wird und ob dadurch nicht das gesamte Hilfspaket neuerlich in Frage gestellt wird.

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