Rotes Beraternetzwerk um Münze Österreich aufgedeckt

Wie die Tageszeitung Der Standard berichtet, gibt es ein rotes Beraternetzwerk rund um die Münze Österreich. Die Münze ist eine 100-Prozent-Tochter der Nationalbank. Damit gehört sie indirekt zum Beteiligungsportfolio des Bundesministeriums für Finanzen. Gleichzeitig hält die Münze aber auch ein gutes Drittel der Anteile an der Casinos Austria AG (CASAG) und ist somit indirekt auch an den Österreichischen Lotterien beteiligt. Neben eigenwilligen Provisionszahlungen wurden auch politisch höchst interessante Beraterverträge rund um die Münze bekannt. Involviert sind Ex-SPÖ-Innenminister Karl Blecha und Fritz Edlinger, der Bruder des ehemaligen SPÖ-Finanzministers Rudolf Edlinger.

Karl Blechas Gesellschaft „berät“ Münze

Münze

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Die Münze Österreich hält sich ein rotes Beraternetzwerk.
Foto: Politikaner / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)

Seit dem Jahre 2004 unterhält die Münze Österreich einen „Beratungsvertrag“ mit der Gesellschaft für österreichisch-arabische Beziehungen (GÖAB). Präsident der GÖAB ist Karl Blecha, geschäftsführender Präsident Kurt Heindl, ein ehemaliger SPÖ-Nationalratsabgeordneter, und Generalsekretär Fritz Edlinger. In den Jahren 2004 bis 2011 flossen im Zuge dieses „Beratervertrages“ insgesamt 115.000 Euro an die GÖAB. Pro Jahr wurden 15.000 bzw. 17.550 Euro überwiesen. Bei der Summe soll es sich um Mitgliedsbeitrag und Beraterhonorar handeln, wie die Münze zitiert wird. Alleine der Mitgliedsbeitrag – normalerweise 500 Euro – beträgt für die Münze 5000 Euro jährlich.

SPÖler Fritz Edlinger als Berater für den arabischen Raum

Bis zum Jahr 2004 ließ sich die Münze Österreich nicht von der GÖAB, sondern von deren Generalsekretär Fritz Edlinger direkt beraten. Dies lief über dessen damalige Firma Arab Consult GmbH zu einem jährlichen Betrag von 8750 Euro. Arab Consult ging 2004 pleite, und es traf sich gut, dass Edlinger gleichzeitig Generalsekretär der GÖAB war. Diese übernahm den Vertrag von Arab Consult zu einem höheren Satz. Damit taucht der rote Ministerbruder Edlinger schon zum zweiten Mal in relativ kurzer Zeit in Sachen „Beratungsmandate“ auf. Vor kurzem beschäftigte sich eine parlamentarische Anfrage der FPÖ mit Beratungstätigkeiten von Edlinger gegenüber den Casinos Austria AG. Dort sollen 60.000 Euro an Edlinger geflossen sein – möglicherweise ohne jede Leistung.

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