Die Spuren des Serienmörders Mohamed Merah

Der Serienmörder von Toulouse, Mohamed Merah, ist alles andere als ein „einsamer Wolf“, der sich alleine radikalisiert hat. Wie bosnische Medien berichten, war der Franzose algerischer Herkunft, der vor wenigen Tagen sieben Menschen getötet hat, war vor kurzer Zeit in Bosnien und nahm an einem der vielen Vorträge über den Islam teil, die von der in Deutschland verbotenen Vereinigung "Einladung zum Paradies" organisiert werden. Das bestätigte ein ungenannter Vertreter eines westlichen Geheimdienstes. Bosnien gilt als Sammelbacken radikaler wahhabitischer Muslime, die dort immer mehr Aktivitäten entwickelt, oftmals auch von Österreich aus finanziert.

Mohamed Merah

Mohamed Merah

Mohamed Merah traf sich in Bosnien mir radaikalen Salafisten.
Foto: Patrick Peccatte / flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

"Merah unterhielt seit langem engen Kontakt mit einer Gruppe von Algeriern aus Bosnien, von denen man eigentlich angenommen hatte, dass sie größtenteils das Land bereits verlassen hätten, erklärte der Informant gegenüber der Zeitung Dnevnik. Dževad Galijašević, ein Mitglied des Südosteuropa-Experten-Teams für den Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität, erklärte, dass nachrichtendienstliche Informationen vorlägen, wonach Merah in den letzten Monaten mit Abu al-Me'alij, dem ehemaligen Kommandeur des "El Mujaheddin"-Bataillons Kontakt hatte, welches dem Dritten Corps der Armee von Bosnien und Herzegowina zugeordnet ist.

Die Zeitung Presse RS spricht von einer "missionarischen" Kampagne der Mitglieder dieser Organisationen in Bosnien und zitiert die Aussage von Galijašević, dass "Einladung zum Paradies" eigentlich ein "Aufruf zum Dschihad, zu Selbstmordattentaten und zum Übertritt zum Islam" sei.

Merahs Bruder war in Großbritannien

Der Bruder des Terroristen, der drei französische Soldaten, einen Rabbiner und dessen drei Kinder in Toulouse getötet hatte, sei zuvor in Großbritannien gewesen, schreibt der Daily Telegraph. Abdelkader Merah (29) wurde am Mittwoch festgenommen, nachdem sein Bruder Mohamed am Ende einer 32-stündigen Belagerung seiner Wohnung in Toulouse getötet wurde. Die Polizei fand im Auto von Abdelkader angeblich Sprengstoff und kann ihn für 96 Stunden in Gewahrsam halten, bevor gegen ihn formelle Anklage erhoben wird. Scotland Yard und der Geheimdienst MI5 versuchen, die Bewegungen von Abdelkader in Großbritannien zu rekonstruieren. Es wird angenommen, dass er in Großbritannien war, um sich dort mit radikalen Elementen zu treffen.

Die Merah-Brüder sind dem französischen Geheimdienst als Mitglieder der salafistischen Organisation "Forsane Alizza" (Ritter des Stolzes) bekannt, die den ebenfalls radikalen Organisationen Sharia4U und Sharia4Belgium nahesteht. Im Januar war die Gruppe "Forsane Alizza" in Frankreich wegen Anstiftung zum Rassenhass verboten worden, schloss sich aber über das Internet erneut zusammen.

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