Jugendwohlfahrt verschickt Kinder bis nach Namibia

Neuerliche Ungereimtheiten werden nun rund um die Tätigkeit der Österreichischen Jugendwohlfahrt bekannt. Wie der Vorarlberger Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch bekannt gab, werden durch die Behörden in manchen Bundesländern Heimkinder im Ausland untergebracht. Einzelne Kinder gelangen so bis ins südliche Afrika, genau nach Namibia. Im Zusammenhang mit der Unterbringung von Vorarlberger Kindern in der benachbarten Bundesrepublik Deutschland wurden sogar Vorwürfe der Gewalt gegen diese Kinder laut.

Jugendwohlfahrt schickt Kinder nach Deutschland

Kinder in Namibia

Kinder in Namibia

Kinder in Namibia, wohin Österreich manche Heimkinder verschickt.
Foto: Thomas Schoch / WIkimedia (CC-BY-SA-3.0)

Die westlichen Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg haben Heimkinder in Deutschland untergebracht. Immerhin 38 Kinder aus Tirol, 17 aus Salzburg und 10 aus Vorarlberg lebten zuletzt in deutschen Betreuungseinrichtungen. Diese moderne „Kinderverschickung“ bedeutet allerdings, dass es österreichischen Behörden unmöglich ist, die Unterbringung und Betreuung dieser Kinder zu kontrollieren. Zuletzt war Gewaltanwendung an Vorarlberger Kindern in der BRD bekanntgeworden. Es wurden von deutscher Seite Erhebungen eingeleitet, sieben betroffene Kinder sollen nach Österreich zurückgeholt werden.

Aus der Steiermark wird berichtet, dass hier sogar Kinder in Einrichtungen „verschickt“ wurden, die in Frankreich, Griechenland, Polen und sogar in Namibia liegen. Dazu werden weitere 270 Heimkinder in anderen Bundesländern untergebracht. Dies führt neben mangelnder Kontrolle durch die Heimatbehörden auch zur Entwurzelung der betroffenen Kinder und Jugendlichen, die oft von ihren Geschwistern getrennt werden. Bei möglichen Missbrauchs- und Misshandlungsfällen besteht für die heimischen Behörden keinerlei zeitnahe Möglichkeit, um auf diese Vorfälle zu reagieren und die Kinder heimzuholen. Österreich ist aber bei diesen „Kinderlandverschickungen“ keineswegs Pionier, denn sogenannte „fortschrittliche Pädagogen“ betreiben diese Art der Jugendwohlfahrt in Deutschland schon seit vielen Jahren.

FPÖ fordert besser Kontrolle der Heime

Als Konsequenz aus den neuerlich bekannt gewordenen Missständen fordert FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein eine besser Kontrolle der Kinderheime. ""Wie viel Leid muss noch ans Tageslicht kommen, bis sich die Regierung zu einer Heimreform durchringt, die Licht ins seelische Dunkel der Kindesunterbringung bringt? Viele dieser Heime, aber auch so manche Pflegefamilie, stellen abgeschlossene Systeme dar, wo so gut wie nie überprüft wird, was sich da wirklich hinter verschlossen Türen abspielt", kritisiert sie. Österreich habe genug Platz, um tausende Asylwerber aufzunehmen und menschenwürdig unterzubringen, so Belakowitsch-Jenewein, "aber für unsere Kinder haben wir anscheinend keinen Platz in unserem Land, sie werden nach Polen, Griechenland, ja bis ins südliche Afrika verschickt. Nach dem Motto: Wennst schlimm bist, kommst nach Namibia!"

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