FPÖ-Landesrat Kurzmann aus dem ORF-Bild gedrängt

31. März 2012 - 12:04

Beim ORF passiert so manches Missgeschick, und auch politische Einflussnahme ist im staatlichen Medienunternehmen nichts Außergewöhnliches. Besonders tief blicken in dieser Hinsicht ließ ein Beitrag in der Zeit im Bild vom 30. März 2012 zum Thema Feinstaubbelastung in Graz. Zu Wort kamen Umweltminister Nikolaus Berlakovich und der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (beide ÖVP), die sich beide für das nun beschlossene Fahrverbot für besonders alte und umweltschädliche Autos aussprachen.

Nagl im ORG

Nagl im ORG

Siegfried Nagl in der Rolle des Gerhard Kurzmann. Die Insert-Panne
des ORF im Beitrag zum Feinstaub ließ einmal mehr tief blicken.
Foto: Screenshot ORF-TVThek

Bei Nagl jedoch passierte das Missgeschick. Als er sprach, wurde er via Insert als „Gerhard Kurzmann / Umweltlandesrat Steiermark, FPÖ“ vorgestellt. Kurzmann – eindeutig der in der Steiermark für den Kampf gegen Feinstaub zuständige Politiker – tauchte im gesamten Beitrag selbst nicht auf, war aber offensichtlich geplant, sonst wäre für ihn kein Insert vorbereitet worden. Möglicherweise wurde seine Wortspende sogar herausgeschnitten. Besonders bedenklich auch, dass im Beitrag von der „reformfreudigen rot-schwarzen Landesregierung“ in der Steiermark gesprochen wurde. Das irrtümlich in den Beitrag gerutschte Insert strafte die Redakteurin Lügen, denn was macht ein FPÖ-Landesrat in einer „rot-schwarzen Landesregierung“?

Beschwerde gegen Dittlbacher-Intervention bei Medienbehörde

Unabhängig davon, ob Kurzmann nun politischer Intervention oder „nur“ der Zeitvorgabe für den Beitrag zum Opfer fiel, wirft der Beitrag erneut ein schlechtes Licht auf die Objektivität und Unabhängigkeit des ORF. Erst vor wenigen Tagen brachte der Journalist Andreas Unterberger eine Beschwerde gegen ORF-Chefredakteur Fritz Dittlbacher bei der Medienbehörde KommAustria ein. Anlass dafür ist ein an die Öffentlichkeit gelangtes Mail, in dem Dittlbacher eine Richtigstellung eines Berichtes über Parteispenden gefordert hat, die auch wunschgemäß produziert wurde. Für Unterberger ist offensichtlich, dass Dittlbachers Wunsch eine Intervention der Arbeiterkammer zugrunde lag.

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