Unsäglicher SoKo-Bulle als FPÖ-Denunziant des ORF

Die ORF-Sendung „Im Zentrum“ verkommt immer mehr zur wöchentlichen Anti-FPÖ-Nummer. Seit der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer und FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl in dieser Sendung zum Thema „Freiheitliche – die neuen Juden?“ am 5. Februar 2012 bravourös gegen eine Schar von Linken argumentierten, wird ins Zentrum kaum noch ein FPÖ-Politiker mehr eingeladen. Grüne, Orange, Schwarze und Rote dürfen im Staatsfernsehen beliebig auf die Freiheitlichen hinhauen, verstärkt meist durch „Prominente“ und „Experten“. Diesen Sonntag lud der ORF dafür den Kabarettisten und Schauspieler Gregor Seberg ein.

Gregor Seberg

Gregor Seberg

Krimi-Schauspieler Gregor Seberg machte die FPÖ
sogar für die Vorratsdatenspeicherung verantwortlich.
Foto: Akademie des Österreichischen Films / flickr
(CC BY-NC-ND 2.0)

Eigentlich ging es um die Vorratsdatenspeicherung, doch der Bulle aus der SoKo-Donau-Serie ging bei jeder Gelegenheit auf die FPÖ los. Er, der sich im Untertitel einmal als „Wutbürger“ und ein anderes Mal als „Ungeduldsbürger“ bezeichnen ließ, nannte die Partei zwar nie beim Namen, bezeichnete sie einmal nur als „die Blauen“, sonst immer als „die Unsäglichen“. Offenbar ohne Kenntnis der Materie verwechselte Seberg peinlicherweise die Piratenpartei mit den Internet-Hackern Anonymous. Dem nicht genug, vermittelte er dann auch noch den Eindruck, dass die FPÖ für die Vorratsdatenspeicherung sei – unwissend, dass auf Initiative der Freiheitlichen die Kärntner Landesregierung gegen diese undemokratische Entwicklung mit einer Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof vorgeht.

Für Objektivität sorgte keiner in der Diskussionsrunde. Warum auch? ÖVP-Nationalratsabgeordneter Reinhold Lopatka und die Grünen-Chefin Eva Glawischnig nahmen die Seberg-Ausraster sichtlich mit Wohlwollen zur Kenntnis. Der Diskussionsleiter Peter Pelink, kam seiner Rolle überhaupt nicht nach. Wen wunderts, ist Peter Pelinka, Vater des gescheiterten ORF-Büroleiters Niko, doch auch noch Bruder des einschlägig bekannten Politologen Anton Pelinka, der erst kürzlich in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ für einen Eklat sorgte. So behauptete er, dass der Unterschied zwischen der FPÖ und der NSDAP nur darin liege, dass die NSDAP keine Juden aufgenommen habe. Gröber und wohl auch geschmackloser kann man den Nationalsozialismus kaum verharmlosen. Aber ein Pelinka darf das. Ungestraft.

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