ÖH kündigt Kindergartenvertrag: 67 Betreuungsplätze bedroht

Auch nach dem Scheitern des Café Rosa mit seinem absurden „Anti-Katalog“ bleibt die ÖH ihrer studentenfeindlichen Linie treu. Opfer sind diesmal Studenten mit Kind: Dem Uni-Kindergarten wurde der Vertrag gekündigt, die Eltern brieflich aufgefordert, ihren Kindern neue Betreuungsplätze suchen. Dabei trifft man diesmal die eigene Klientel, denn der Studentenkindergarten ist durchaus ein linkes Projekt: Das Betreuungspersonal ist „geschlechtersensibel und gleichberechtigt“ und erteilt „eine klare Absage an autoritäre Erziehungsmethoden“. Die wahren Gründe für den Rauswurf bleiben rätselhaft. Womöglich will man sich nach der Pleite des Politbeisls die Förderung nicht mehr leisten.

Kinder am Campus

Kinder am Campus

Für die Studentenproteste 2009 wurden auch Kinder instrumentalisiert,
jetzt sind sie am Wiener Uni-Campus unerwünscht.
Foto: #unibrennt / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Der Kindergarten am Campus wird seit 40 Jahren vom Verein „StudentInnenkinder“ betrieben, der dafür von der ÖH jährlich mit 30 000 Euro gefördert wurde. Diesem Verein wurde bei der letzten Sitzung der Universitätsversammlung am 23. März einstimmig von der regierenden Koalition der Grünen, Sozialisten und Kommunisten gekündigt – trotz lautstarken Protestes der Eltern und 500 gesammelten Unterschriften.

Als Begründung gibt die ÖH an, dass sich im Hort auch Kinder befänden, deren Eltern gar nicht studieren würden. Der Verein leugnet das nicht, betont aber, dass es dabei um Kinder gehe, deren Eltern ihr Studium inzwischen abgeschlossen hätten. Die Kinder bei Studienabschluss der Eltern automatisch aus dem Kindergarten oder Hort zu werfen, wie es die ÖH möchte, lehnt man als pädagogisch nicht vertretbar ab. Dabei geht es ohnehin nur um die 25 Hortplätze, die der Verein vergibt. Für die Zuteilung der 43 Kindergartenplätze ist die ÖH selbst zuständig. Auf seiner Generalversammlung am 24. Jänner hat der Verein der ÖH außerdem angeboten, künftig auch die Vergabe der Hortplätze zu regeln, was die VSStÖ-Vorsitzende Kübra Atasoy aber abgelehnt hat.

Fadenscheinige Begründungen der ÖH-Führung

Andere Begründungen scheinen an den Haaren herbeigezogen oder beschränken sich auf leere Floskeln: Die Rede ist von „strukturellen Problemen, welche die verschiedenen Interessenslagen nicht ausreichend berücksichtigen.“ Es wird bemängelt, dass das Personal bei den Versammlungen Stimmrecht besäße, wodurch eine ausreichende Kontrolle der „Pädagog_innen“ angeblich nicht gegeben sei. Außerdem gebe es „pädagogische Probleme“, auf die man aber aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht näher eingehen könne. Es soll Eltern geben, die einander verbal angegriffen hätten oder aus den Verein gemobbt worden seien. Die Gründe für diese angeblichen Streitereien werden aber verschwiegen.

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