Fekter gab in halbem Jahr 2,6 Millionen für Inserate aus

Viel Gutes kann man dem früheren SPÖ-Finanzminister Rudolf Edlinger ja nicht gerade nachsagen, doch mit einem Satz hat er wohl den Nagel auf dem Kopf getroffen: „Das lasse ich lieber meinen Hund auf die Wurst aufpassen als die ÖVP auf das Geld.“ Schaut man sich die Ausgaben der Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) für Werbeeinschaltungen an, ist man geneigt, Edlinger Recht zu geben. Denn innerhalb eines halben Jahres kaufte Fekter bei Zeitungen Inserate um sage und schreibe 2,677.905 Euro ein.

Maria Fekter

Maria Fekter

Maria Fekter verlangt von den Steuerzahlern Sparwillen,
sie selbst prasst bei Inseraten-Schaltungen.
Foto: michaelthurm / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Angesichts der Budgetnot und des gerade geschnürten Sparpakets ist man über diese gewaltige Verschwendung von Steuergeld ziemlich verwundert. Gerade die Finanzministerin sollte in Zeiten wie diesen beim Sparen voran schreiten. Doch das Gegenteil ist der Fall und der Beobachter fragt sich wohl zurecht, warum die Finanzministerin diese Summen für das Bewerben der „Spendenabsetzbarkeit“ oder für „Grußworte“ ausgeben muss. Allein der Tageszeitung Heute wurden im zweiten Halbjahr 2011 445.045 Euro für Inserate überwiesen – einem Gratismedium übrigens, dem es bis dato nicht gelang zu widerlegen, dass hinter dem Stiftungs- und Treuhandkonstrukt die SPÖ steckt. Fekter gibt also einer Zeitung 445.045 Euro, bei der sie nicht einmal mit Sicherheit weiß, wem sie gehört.

Anfrage brachte Unglaublichkeiten ans Licht

Diese Unglaublichkeiten kamen übrigens nur ans Licht, weil der freiheitliche Abgeordnete Walter Rosenkranz von den Ministern und dem Bundeskanzler wissen wollte, welche Rabatte Zeitungen für die Werbeeinschaltungen gewähren.  Dies konnten zwar weder die Minister, noch Kanzler Werner Faymann ordentlich beantworten, doch die Steuerzahler wissen nach dieser parlamentarischen Anfrage des FPÖ-Mannes wenigstens, wofür ihre Volksvertreter das Geld  ausgeben.

Norbert Darabos, Verteidigungs- und Sportminister (SPÖ), liegt bei Inseraten-Schaltungen mit Ausgaben von 1,2 Millionen Euro im zweiten Halbjahr 2011 an roter Spitzenposition. Dass Darabos auch das der SPÖ gehörende Echo-Medienhaus (Wiener Bezirksblatt, Wien Live) bei Inseraten miteinbezieht, ist nachvollziehbar, lässt aber indirekte Parteienfinanzierung vermuten. Aber da grenzt sich Darabos nicht von seinen Kollegen Faymann oder Sozialminister Rudolf Hundstorfer ab.

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