Schwuler Pfarrgemeinderat: Pfarrer wirft das Handtuch

Doch kein Happy-End in der Pfarre Stützenhofen (Bezirk Mistelbach), der kleinsten Pfarrgemeinde der Erzdiözese Wien. Wie berichtet, wurde der 26-jährige Florian Stangl – ein bekennender Homosexueller, der in einer eingetragenen Partnerschaft lebt – mit 94 von 116 gültigen Stimmen in den Pfarrgemeinderat gewählt. Darüber gab es Aufregung vor allem in den konservativen Kreisen der Kirche, doch Kardinal Christoph Schönborn hielt zu Stangl. Nun aber will der Pfarrer Gerhard Swierzek gehen.

Kirche innen

Kirche innen

In der Erzdiözese Wien wurde ein Homosexueller zum Pfarrgemeinderat
gewählt. Der Pfarrer will deshalb in eine andere Gemeinde.
Foto: PHOTO g.haas / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Alles schien geklärt, der Chef (Schönborn) hatte ein Machtwort gesprochen. Stangl wurde in den Medien als erster schwuler Pfarrgemeinderat gefeiert – Schönborn für seine Entscheidung gelobt. Doch jetzt überschlagen sich die Ereignisse. Plötzlich will der Pfarrer nicht mehr in einer Gemeinde predigen, die einen schwulen Pfarrgemeinderat hat. „Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren“, sagte Gerhard Swierzek in einer Stellungnahme und offenbarte damit eine größere Verbundenheit mit der gültigen katholischen Glaubenslehrer als der Kardinal. Swierzek will Kardinal Schönborn, der sich zurzeit auf Auslandsreise befindet, um eine Versetzung bitten. Von der Erzdiözese gab es zur neuen Entwicklung vorerst keine Stellungnahme, man wolle zuerst mit dem Pfarrer  sprechen.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link