Griechische Polizei wird nun vermietet

Die griechische Krise treibt immer seltsamere Blüten: Nun können Bürger oder Unternehmen die Polizei mieten. So sollen zusätzliche Einnahmen lukriert werden. Während die Polizei selbst darauf besteht, dass diese Möglichkeit bereits zuvor offen stand – bloß nicht mit Kosten verbunden – werden in der Bevölkerung Ängste laut, die Sicherheit jener, die sich keine Polizei leisten können, würde zugunsten jener der Wohlhabenden abnehmen.

Griechische Polizisten

Griechische Polizisten

Griechenland vermietet künftig seine Polizisten.
Foto: Elena Lagaria / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Einen Polizisten für eine Stunde zu mieten soll ab jetzt 30 Euro kosten. Für Autos, Motorräder oder Hunde werden zusätzliche Gebühren verrechnet, selbst Schnellboote und Helikopter sind im Programm. Das so gewonnene Einkommen soll "für die Kosten der Polizeiausrüstung und Infrastruktur aufkommen, und deren Modernisierung ermöglichen", so das Ministerium für Bürgerschutz. Die Möglichkeit zum Mieten der Einsatzkräfte soll natürlich nur bestehen, wenn die Kapazität der Polizei nicht gerade anderswo benötigt wird, so der Minister – das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die neue Schutzmöglichkeit nur den Reichen Bürgern Griechenlands zur Verfügung steht und der Rest sich selbst um den präventiven Schutz vor Verbrechen sorgen muss.

Sicherheit in Athen nicht mehr gewährleistet

Seit der Finanzkrise haben illegale Immigration und Kriminalität explosionsartig zugenommen, während zahlreiche Menschen ihre Arbeitsstelle verloren und nun mit der Armut kämpfen. In Athen wurde die öffentliche Sicherheit bereits nahezu vollständig zersetzt: "Das historische Zentrum der Stadt und andere große Bezirke leiden unter Verwüstung, allen Arten krimineller Aktivität und Manifestationen von Gewalt, Unsicherheit, Gesetzlosigkeit, Verarmung einer signifikanten Anzahl einheimischer und fremder Menschen, illegaler Prostitution und Drogenhandel", so der Stadtrat.

Für diese Menschen stellt sich auch mit der neuen Regelung für die Polizei keine Besserung ein, ebensowenig wie für die Jugendlichen, unter denen die Arbeitslosigkeit bereits die 50-Prozent-Marke erreicht hat. Viele verlassen das Land, andere werden kriminell.

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