Christen sorgen sich um richtigen Umgang mit Koran

Trotz Beobachtung durch den Verfassungsschutz und politischer Kritik geht die Koran-Verteilung der Salafisten in Deutschland weiter und greift zunehmend auch auf Österreich über. Heute sollen am Viktor-Adler-Markt in Wien-Favoriten Koran-Bücher vertweilt werden. Bis jetzt wurden nach Medienberichten 300.000 Exemplare unters Volk gebracht. Die politischen Parteien in Deutschland haben unterschiedliche Zugänge zu diesem Thema. Die Verfassungsschützer erkennen Salafisten in Deutschland als Gefahr, in Österreich weniger. Dafür ist hierzulande sogar die Islamische Glaubensgemeinschaft besorgt. Ein crhsitlicher Vertreter sorgt sich hingegen um den richtigen Umgang mit dem Koran.

Deutsche Parteien uneins über Koranverteilung

Koran

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Politik und Verfassungsschützer bewerten die Koran-Aktion unterschiedlich.
Foto: el7bara / flickr (CC BY 2.0)

Durchaus unterschiedlich bewerten die deutschen Parteien die Koranverteilung. So kategorisiert der Grüne Sicherheitssprecher Winkler die Aktion als Versuch „den Religionsfrieden zu stören“. Der SPD-Innenexperte Hartmann wiederum sieht die Verteilung der „Heiligen Schrift“ des Islam im Rahmen der Religions- und Meinungsfreiheit unproblematisch. Auch die FDP findet nichts daran und wendet sich gegen ein Verbot durch die Behörden. Demgegenüber nimmt die CDU eine kritische Haltung ein. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann warnte vor Werbung für die salafistische Ideologie. Diese Aktion würde einen Nährboden für islamistischen Terrorismus bilden.

Salafisten bedrohen deutsche Journalisten

Geradezu bestätigt wird der CDU-Minister in seiner Einschätzung durch ein via YouTube veröffentlichtes Video, in dem kritische Journalisten bedroht und als Affen bzw. Schweine beschimpft wurden. Dementsprechend besorgt ist in Deutschland auch der Verfassungsschutz: Die Salafisten stünden im Visier der Behörden und würden seit Ende 2010 unter anderem auch mit nachrichtendienstlichen Mitteln beobachtet, hieß es aus dem Bundesinnenministerium. Österreichs Innenministerium hingegen beschwichtigt und findet nichts Ungewöhnliches an Buchverteilaktionen.

Tipps vom Christen: "Nicht auf den Boden legen!"

Während der Verfassungsschutz hierzulande also noch schläft, zeigt sich sogar die Islamische Glaubensgemeinschaft besorgt. Ihr Vorsitzender Fuat Sanac sagt gegenüber der Zeit-im-Bild: "Wir machen uns Sorgen, dass es eine Provokation sein kann, weil wir das Buch nicht gesehen haben, weil wir nicht wissen was drinnen steht." Ganz andere Sorgen macht sich die christliche Kirche. In Zahlreiche Medien wird ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zitiert, der darauf hinweist, dass im Islam jedes Koran-Exemplar eine extrem große Bedeutung habe. Das Buch dürfe also nach der Annahme nicht einfach auf den Boden gelegt werden. "Das ist für Muslime völlig undenkbar. Das sollten die Leute wissen, die das annehmen."

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