SPÖ Steiermark hat keinen Bock mehr auf den Maiaufmarsch

26. April 2012 - 9:35

Keinen Bock mehr hat die SPÖ Steiermark auf den traditionellen Maiaufmarsch. Während die Genossen in Wien weiter die Tradition aus der Zwischenkriegszeit hochhalten und am 1. Mai in einem Sternmarsch auf den Rathausplatz strömen, trauen sich dies die steirischen Genossen nicht mehr zu. Schon letztes Jahr soll bei der Parallelveranstaltung der KPÖ mehr Fußvolk auf der Straße gewesen sein als bei den Genossen von der Sozialdemokratie. Obwohl die SPÖ seit 2005 immerhin den Landeshauptmann in der Steiermark stellt, will die Parteibasis offensichtlich für ihre Ideale nicht mehr auf die Straße gehen.

SPÖ Graz ist von Auflösungsprozess bedroht

SPÖ Maiaufmarsch 2011

SPÖ Maiaufmarsch 2011

Voves und Genossen marschierten 2011 zum letzten Mal
Fotos: SPÖ Graz / Pressefotos

Dass die Grazer Roten nicht mehr marschieren wollen, wundert Insider jedoch nicht. Einst war die SPÖ in Graz im Zeitraum die stimmen- und mandatsstärkste Partei. Von 1945 bis 1973 sowie 1985 bis 2003 stellte sie auch den Bürgermeister in der steirischen Landeshauptstadt. Der Stimmenanteil der SPÖ ging allerdings laufend zurück, Startete sie1945 bei einem Anteil von 51 Prozent,, so lag dieser 2008 nur noch bei mageren 16 Prozent. Und für die kommenden Gemeinderatswahlen im Jänner 2013 steht ein neuerlicher Wählerschwund bevor. Seit 2008 hat die Stadtpartei zudem bereits den dritten Vorsitzenden, derzeit ist Martina Schröck Parteiobfrau.

Bescheiden mit Zukunftsfrühstück und Schloßbergfest

Ganz möchte die SPÖ Graz den Anspruch auf den 1. Mai als sozialistischen Weihetag aber offensichtlich doch nicht aufgeben. Die Grazer Straßen hat man den Kommunisten abgetreten, dafür will man heuer den Schlossberg politisch okkupieren. Ein Spaziergang vom Schlossberg-Restaurant zu den Kasematten ist als Minimalstvariante einer Fortbewegung im politischen Sinn geplant. Gleichzeitig lockt man mit einem „Zukunftsfrühstück“ und einem „Fest für alle“. Damit wenigstens ein paar Grazer Genossen daran teilnehmen, besteht sogar Freifahrt für Schloßbergbahn und -lift.

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