Lasst uns wieder Hexen jagen!

Zahlreiche FPÖ-Politiker beklagten am vergangenen Wahlsonntag eine „Hexenjagd“ auf die freiheitliche Kandidatin Barbara Rosenkranz. Als Jäger wurden die Medien identifiziert. Die bleiben ihrer Strategie treu und wehren sich mit der Faschismuskeule.

Kommentar von Unzensurix

Der Begriff „Hexenjagd“ – so kommentiert Robert Sedlaczek in der Wiener Zeitung – wurde nämlich von den Nationalsozialisten für ihre Propaganda missbraucht. Wortreich führt der Autor aus, wie damals ganze Bücher über die Hexenverfolgung geschrieben wurden (in welcher historischen Epoche eigentlich nicht?) und sich eine „völkische Feministin“ sogar zu der Behauptung verstieg, blonde Frauen und Mütter seien durch die Kirche systematisch ausgerottet worden.

Die (kleine) Leserschaft der Wiener Zeitung nimmt schockiert zur Kenntnis, dass sich die böse FPÖ schon wieder des noch böseren Nazi-Vokabulars bedient hat. Vermisst wird allerdings die logische Schlussfolgerung aus den historischen Erkenntnissen: Wenn Hexenjagden von den Nazis gar so verteufelt wurden, müssen sie doch ihr Gutes gehabt haben.

Also lasst uns wieder Scheiterhaufen errichten und auf Gottesurteile vertrauen! Vielleicht kann Herr Sedlaczek gleich einen neuen „Hexenhammer“ verfassen. Und Wolfgang Fellner machen wir zum Großinquisitor. Der Bundespräsidenten-Wahlkampf war schon ein guter Anfang, der die Hexenjagd in unseren Breiten wieder salonfähig machen könnte.

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