Schleswig-Holstein: Linke aus dem Landtag gewählt

Elf Parteien und Listen bewarben sich am Sonntag um die Gunst der Schleswig-Holsteiner. Neben den Bundestagsparteien CDU, SPD, FDP, Grünen und DIE LINKE standen die Regionalpartei Südschleswigscher Wählerverband (SSW), die Piratenpartei, die Freien Wähler, die NPD, die Familienpartei und die Maritime Union Deutschlands auf dem Stimmzettel. Den Wählern scheint das Angebot aber nicht wirklich entsprochen zu haben. Mit rund 60 Prozent Wahlbeteiligung gab diese gleich um 13 Prozent gegenüber 2009 nach. Und das Ergebnis macht die Koalitionsbildung im nördlichsten deutschen Bundesland auch mehr als schwierig. Von Großer Koalition bis Jamaika ist alles möglich.

Berliner Koalition aus CDU und FDP abgewählt

Kieler Landtag

Kieler Landtag

Unterschiedliche Koalitionsvarianten sind in Kiel nach Wahl möglich
Foto:Mogelzahn / Wikimedia

Insgesamt haben die Wähler die bisher regierenden „Berliner Koalition“ aus CDU und FDP abgestraft. Mit 30,8 Prozent für die Christdemokraten und 8,2 Prozent für die Freien Demokraten geht sich im Kieler Landtag keine Regierungsmehrheit mehr als. Die zuletzt mit 1,2 Prozent im Saarland venichtend geschlgene FDP konnte aber mit ihren über acht Prozent den Trend gegen die Liberalen stoppen und schaffte den Wiedereinzug in den Landtag deutlich. Ob sich dieser Aufschwung in Nordrhein-Westfalen firtsetzt, wird man in 14 Tagen sehen. 

SPD und Grüne schaffen keine Mehrheit

Die SPD schnitt mit 30,4 Prozent deutlich stärker ab als vor drei Jahren. Der erste Platz vor der CDU war aber nicht drinnen. Die Grünen wiederum erhielten mit 13,2 Prozent ihr bestes Ergebnis seit ihrem erstmaligen Antreten in Schleswig-Holstein. Interessant ist die Frage, in welcher Art und Weise die Grünen ihre Stärke einsetzen. Sie könnten sowohl ein Bündnis mit der SPD und dem SSW eingehen als auch in einer "Jamaika-Koalition" mit CDU und FDP Regierungsverantwortung übernehmen. Komplett zertrümmert wurden die Neokommunisten. Nach 6,5 Prozent im Jahre 2009 erreichten sie nur mehr 2,2 Prozent und flogen damit zum ersten Mal wieder aus einem Landtag in den alten Bundesländern.

Piraten und SSW Zünglein an der Waage

Die Piraten erreichten mit 8,2 Prozent einen deutlichen Achtungserfolg. Gegenüber den Umfragen, die sie in den letzten Wochen bereits bei 11 Prozent und mehr gesehen hatte, scheint der erste Hype an den Wahlurnen jedoch gestoppt. Ob sie sich ebenfalls in Koalitionsvarianten versuchen wollen oder erst einmal Opposition spielen, scheint noch offen. Die dänische Minderheitenpartei SSW, die traditionell SPD-nahe ist, will jedenfalls eine rot-grüne Koalition stützen und zum ersten Mal in der Geschichte mit einem Regierungsmitglied in die Kieler Landesregierung einziehen.
 

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