Meischberger von Falter-Journalist Klenk vorgewarnt

Eine interessante Randnotiz der Causa BUWOG findet in der aktuellen Berichterstattung aus dem U-Ausschuss heute bislang keinen Niederschlag. Es geht um die Verstrickungen sogenannter „Aufdecker“-Journalisten, namentlich um den stellvertretenden Falter-Chefredakteur Florian Klenk. Er soll, so bestätigte heute Walter Meischberger, diesen vor laufenden Ermittlungsmaßnahmen gewarnt haben.

FPÖ-Fraktionsführer Walter Rosenkranz konfrontierte Meischberger mit einem Eintrag aus seinem „Tagebuch“. Am 28. September 2009 hatte er darin notiert: „Hintergrundgespräch mit Florian Klenk. Info: BIA wäre eingeschalten. Observierung, Abhörung wahrscheinlich.“ BIA steht für „Büro für Interne Angelegenheiten“, das allerdings im Laufe des Jahres 2009 vom „Bundesamt für Korruptionsbekämpfung und Korruptionsprävention“ (BAK) abgelöst wurde. Während Meischberger bestätigte, die diesbezügliche Info von Klenk bekommen zu haben, relativierte dieser via Twitter: „quatsch. Ich sagte mal zu ihm, ich bin mir sicher dass er abgehört wird.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Österreichs Enthüllungsjournalisten ins Zwielicht geraten. Die Zunft wurde erst unlängst vom Verleger Hans-Jörgen Manstein massiv kritisiert. In einem Kommentar für das Branchenblatt Horizont warf Manstein den Enthüllern Beihilfe bzw. Bestimmung zum Amtsmissbrauch vor. Wörtlich formulierte er:

Die meisten der in den üblichen Enthüllungsmedien abgedruckten Papiere sind unter Begehung der strafbaren Handlung des Amtsmissbrauches (§ 302 Strafgesetzbuch) zustande gekommen. Viele der Journalisten, die dieses Geschäft bestreiten, tun dies zumindest als Beitragstäter. Ich fürchte, oft sind sie sogar Bestimmungstäter.

Dies liege in erster Linie an der Arbeitsweise der Journalisten, glaubt Manstein:

Die Herrschaften haben im Wesentlichen darauf gewartet, und warten nach wie vor darauf, wer in den Zimmern für Geheimnisverrat und Amtsmissbrauch gerade Journaldienst hat.

Klenk und Co. reagierten auf den Kommentar echauffiert. Auf seiner Webseite schreibt der Falter-Journalist:

Es ist ja nicht so, dass Aufdeckungsjournalisten einfach Akten abschreiben, die man ihnen zuwirft. Sie sammeln über Jahre Informationen, zumeist aus legalen Quellen. Sie wollen Fachleute werden in einem immer hektischer werdenden, PR-gesteuerten Daily-News-Business. Das kostet Geld, das sich Medien kaum noch leisten.

Klingt irgendwie – um bei der heutigen Auskunftsperson im U-Ausschuss zu bleiben – nach dem nervösen Versuch einer Antwort auf die Frage „Wos woar mei Leistung?“

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