Graz: Schweineköpfe auf Moscheebauplatz

9. Mai 2012 - 0:34

 

Am kommenden Samstag soll die Grundsteinlegung für die Moschee der bosnisch-muslimischen Gemeinde in der Grazer Herrgottwiesgasse abgehalten werden. Unbekannte haben allerdings in der Nacht auf Dienstag auf dem Bauland sechs Schweinekopfhälften deponiert und ein Zelt für die Feier mit Blut bespritzt. Schweine gelten im Islam als „unreine Tiere“, deren Verzehr streng verpönt ist. Nun ermittelt das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung wegen des Tatbestandes der Herabwürdigung religiöser Lehren. Dessen Leiter Rupert Meixner vermutet „Täter aus der rechten Szene“.

Schweinekopf

Schweinekopf

Unbekannte Täter haben in der Nacht auf Dienstag sechs Schweineköpfe
auf dem Bauplatz der bosniakischen Moschee in Graz deponiert.
Foto: Tina Bell Vance / flickr

Der Verein „Islamisches Kulturzentrum Graz“ bezeichnet die Aktion auf seiner Internetseite als „im wahrsten Sinne des Wortes eine Sauerei“ und will den Bauplatz ab sofort verstärkt überwachen. Die feierliche Grundsteinlegung für das acht Millionen Euro teure Kulturzentrum mitsamt Moschee und 22 Meter hohem Minarett, bei der bis zu 3.500 Muslime aus ganz Österreich erwartet werden, soll am Samstag dennoch stattfinden. „Wir werden uns nicht durch so eine Tat beirren lassen“, heißt es. Die Polizei wird beim Festakt ebenfalls im Einsatz sein.

Derlei Aktionismus gab es in jüngster Vergangenheit bereits in mehreren europäischen Städten, um das für den Bau der Moschee vorgesehene Gelände zu „verunreinigen“ und damit die umstrittenen Sakralbauten zu verhindern. Im November des Vorjahres hatten Islamgegner auf dem Gelände einer geplanten Moschee im solothurnischen Grenchen (CH) ein totes Schwein und vier Schweineköpfe vergraben. Füchse hatten die Überreste der toten Tiere anschließend wieder ausgegraben. Laut einem anonymen Bekennerschreiben wurden zusätzlich 120 Liter Schweinblut mit Gießkannen auf dem Land verteilt, um gegen die „schleichende Islamisierung“ aufmerksam zu machen.

Imam des bosnischen Vereins unter Islamismusverdacht

Für Aufregung sorgt vor der Grundsteinlegung auch der Imam des Moschee-Vereines „Islamisches Kulturzentrum Graz“, Ismet Purdic. Laut einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ-Abgeordneten Susanne Winter steht er in Verbindung mit Nusret Imamovic, dem im Jänner wegen terroristischer Aktivitäten verhafteten Leiter des wahhabitischen Dorfes Gornja Maoca in Bosnien, sowie dem radikalislamischen Imam der Wiener Tewhid-Moschee, Muhammed Fadil Porca, der nach den Worten des ehemaligen bosnischen Wahhabiten Jasmin Merdan „die größte ultra-orthodoxe islamische Gemeinde in Europa aufgebaut hat“. Purdic tritt in dem Video „Warum freue ich mich auf das Islamische Kulturzentrum Graz“ (ab Minute 5:55) als weltoffener Werbeträger für das vom Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) unterstützte Islam-Projekt auf.

   

   

Der Zusammenhang wird über das vom bosnisch-islamischen „Verein zur Förderung der islamischen Kultur in Österreich“ herausgegebene Buch „Namaz u Islamu“ (dt.: „Das Gebet im Islam“) ersichtlich. Nusret Imamovic und Ismet Purdic fungieren darin laut Impressum als Scharia-Berater, Muhammed Fadil Porca hat das 212 Seiten dicke, in stark arabisiertem Serbokroatisch verfasste Werk nach den Regeln der Scharia redigiert. Der Leitfaden für fromme Muslime ist laut einem Artikel des Falter mit Ideologie der bedenklichsten Sorte angereichert: „Dank sei dem allmächtigen Allah, der alles mit Maß und Ziel richtet und den Ungläubigen eine schmerzhafte Strafe zuführen wird", lautet der erste Satz. Wenige Zeilen weiter: „Der Grundpfeiler des Islam ist der reine und aufrichtige Glaube, der sich erst im Märtyrertod vollendet.“ Asim Cejvanovic, der am 1. Oktober 2007 die Wiener US-Botschaft sprengen wollte, führte in seinem Rucksack neben Handgranaten auch jenes Buch mit sich.

Susanne Winter möchte mit ihrer Anfrage an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die salafistischen Verbindungen des islamischen Geistlichen aufklären. Unter anderem will sie wissen, ob Purdic vom Bundes- oder Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung überwacht wird, in welchen Moscheen oder Gebetshäusern er predigt und welche Ausbildung er dafür genoss.

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