EU zensuriert ihr eigenes filmisches Machwerk

1996 übernahmen die radikalislamischen Taliban in Afghanistan die Macht und errichteten ein nach westlichen Maßstäben barbarisches Regime, unter dem die Zivilbevölkerung, insbesondere Frauen, zu leiden hatten. 2001 starteten die USA die Operation "Enduring Freedom". Gemeinsam mit afghanischen Verbündeten der "Nordallianz" gelang es, die Taliban vorerst zu besiegen und deren Führung in die Flucht zu schlagen. Die demokratische islamische Republik Afghanistan wurde gegründet  Die Zeit bis 2003 nutzten die Taliban, um sich neu zu formieren und bis heute gegen die internationalen Truppen und die neue afghanische Regierung einen blutigen Kampf um die Macht im Land zu führen.

Den Bock zum Gärtner gemacht

Erst im März dieses Jahres berichtete Unzensuriert.at, dass es mit der humanitären Gesinnung der derzeitigen Machthaber auch nicht weit her sein kann, erstellten diese doch eine Richtlinie nach islamischem Recht, welche Gewalt gegen Frauen legitimiert. Es drängt sich der Eindruck auf, dass sich die Frauen bald in ähnlich misslicher Lage befinden werden, wie es unter den Taliban schon der Fall war. Untermauert wird dieser Verdacht nun durch einen von der EU angefertigten, aber unter Verschluss gehaltenen Dokumentarfilm.

Wer sind die Guten?

Bereits letztes Jahr wurde von einer EU-Delegation ein Film über weibliche Gefängnisinsassen produziert, die aufgrund "moralischer Vergehen" inhaftiert sind, berichten die BBC-News. Was haben diese Frauen verbrochen? Einige der Inhaftierten waren vor ihren gewalttätigen Ehemännern geflohen, andere haben ihre Männer nach einer Zwangsheirat verlassen. Besonders drastisch ist der Fall einer 19-jährigen, die vergewaltigt und dafür wegen Ehebruchs zu 12 Jahren Haft verurteilt wurde.

Nach Fertigstellung des Filmberichtes scheinen den Politkommissaren in Brüssel jedoch Zweifel gekommen zu sein, ob man diese Tatsachen wirklich an die Öffentlichkeit bringen soll. Präsident Hamid Karzai ist schließlich mit dem Westen verbündet. Was würden wohl die Menschen denken, wenn sie sähen, dass dessen Regime Frauen ähnlich behandelt wie zuvor  jenes der Taliban? Was werden die Leute denken, wenn sie sehen, dass Gewaltopfer in der von den Taliban befreiten demokratischen islamischen Republik Afghanistan zu Freiheitsstrafen verurteilt werden und die Täter ungeschoren bleiben? Zu groß wäre die Verwirrung, was denn nun die Guten von den Bösen unterscheidet. Offiziell wird der Film unter Verschluss gehalten, weil man um das Wohlergehen der interviewten Frauen besorgt sei. Tatsächlich scheint man Angst zu haben, der eigenen Bevölkerung die Wahrheit vor Augen zu führen und das afghanische Regime mit kritischen Berichten zu verärgern.

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