Justizministerin Karl baut Häftlingstunnel in Korneuburg

Immer wieder nutzen Häftlinge in Österreich „Außentermine“ zur Flucht. So entzog sich vor kurzem ein Sträfling bei einem Krankenhausbesuch im Wiener Heeresspital seiner Haft. Nach einigen Wochen auf der Flucht und etliche Kilogramm leichter kehrte er reuig zurück. Ganz anderes verhielt es sich bei einem 22-jährigen Rumänen, der sich bei einer Überstellung von der Justizanstalt Korneuburg (NÖ) ins nahe gelegene Bezirksgericht auf die Flucht begab. Eine parlamentarische Anfrage zu dieser Causa durch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky brachte nun zu Tage, dass ÖVP-Justizministerin Beatrix Karl diesbezüglich ihr Heil im Tunnelbau gesucht hat.

Rumänischer Häftling nutzte Fußweg zur Flucht

Ein wegen Einbruchsdiebstahl in der Korneuburg inhaftierter rumänischer Strafgefangener nutzte Anfang März einen kurzen Fußweg zur Flucht. Während der Überstellung von der Justizanstalt in das nahe Bezirksgericht flüchtete der Rumäne. Obwohl nur wenige Meter zwischen Gefängnis und Gericht liegen, konnten die Justizwachebeamten offensichtlich nicht verhindern, dass sich der Häftling ihrer Bewachung entzog. Trotz der Abgabe von Warnschüssen war er nicht zu stoppen und verschwand. Eine eingeleitete Fahndung hat bis heute zu keinem Ergebnis geführt. Das für den Strafvollzug zuständige Justizministerium geht davon aus, dass er das österreichische Staatsgebiet verlassen hat, mutmaßlich nach Rumänien.

Häftlingstunnel soll Fluchtmöglichkeit für Korneuburger Häfenbrüder verhindern

Mit dem Neubau des Korneuburger Justizzentrums will man zukünftig Fluchtmöglichkeiten reduzieren. Ein eigener unterirdischer Verbindungsgang – sozusagen ein „Häftlingstunnel“ – zwischen der Justizanstalt und dem Gerichtsgebäude soll bis dahin sicherstellen, dass Fluchtversuche von "Häfenbrüdern" bei Überstellungen nicht mehr möglich sind. Bei anderen Außenterminen, wie etwa gerichtlich verordneten Lokalaugenscheinen oder Krankenhausbesuchen bleibt die Fluchtgefahr allerdings weiterhin aufrecht.

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