Spekulationen, wer Häupl als Wiener Bürgermeister folgt

Ein typisches Sommerloch-Thema für die Medien oder doch mehr? Plötzlich wird über die Nachfolge von Michael Häupl als Wiener Bürgermeister spekuliert. Mit ein Grund: das rot-grüne Parkplatzproblem. Zuerst noch unterschätzt, haben auf Initiative der FPÖ und ÖVP inzwischen 35.000 Bürger gegen die Ausweitung des Parkpickerls unterschrieben, bei 57.106 Unterschriften muss laut Stadtverfassung zwingend eine Volksbefragung durchgeführt werden.

„Bei Parkpickerl-Nein wackelt Häupls Sessel“, vermutete Unzensuriert.at vor einer Woche und löste damit wohl auch in anderen Medien Überlegungen aus, wer bei einem Rücktritt Michael Häupls in Wien Bürgermeister werden könnte. Die Presse spekulierte daraufhin, dass Rudolf Hundstorfer das Amt bekäme, „wenn er es will“. Die Begründung dafür liest sich in der Presse folgendermaßen:

Beliebter als er ist keiner bei der roten Basis, das weiß jeder. Ein Generationenwechsel schaut zwar anders aus, Häupl und ihn trennen nur ein Jahr, aber wenn Hundstorfer will, dann darf er auch. Der 60-Jährige hat als Kanzleilehrling im Rathaus begonnen, für ihn wäre die Rückkehr emotional der Höhepunkt. Die Übersiedlung in die Stadt wäre für ihn angenehmer als die Nachfolge von Werner Faymann als Bundeskanzler, sollte die Nationalratswahl für die SPÖ in einer Enttäuschung enden.

Brauner aus dem Rennen, Bures Außenseiterin

Hundstorfer soll sich bei solchen Spekulationen geschmeichelt fühlen, nach außen aber richtiggehend böse werden, wenn er darauf angesprochen wird. Anders war das lange Zeit bei Vizebürgermeisterin Renate Brauner, die praktisch schon als Häupl-Nachfolgerin feststand. Sie hat in der Basis viele Sympathien verspielt. Es kam nicht gut an, dass sie bei Veranstaltungen schon als künftige Bürgermeisterin begrüßt wurde. Sie ist praktisch aus dem Rennen. Außenseiterchancen werden – für viele überraschend – der Infrastrukturministerin Doris Bures eingeräumt. Ihr einziger Vorteil: Sie ist eine Frau. Unter den Stadträten werden Wohnbaustadtrat Michael Ludwig bessere Chancen zugestanden als Sportstadtrat Christian Oxonitsch, obwohl dieser aus Häupls Heimatbezirk Ottakring stammt. Gut vernetzt in Wien ist Finanzstaatssekretär Andreas Schieder. Der Mann der Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely soll Ambitionen auf das Bürgermeisteramt haben, doch da könnte ihm die Ehefrau im Wege stehen. Ein Ehepaar in der Wiener Stadtregierung – diese Vetternwirtschaft wäre selbst den Sozialdemokraten in Wien zuviel. Mit Umweltstadträtin Ulli Sima und Christian Oxonitsch sitzt ohnehin schon ein geschiedenes Paar in der Wiener Stadtregierung.

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