Fischer wollte seine kommunistischen Genossen nicht verärgern

Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, weilte auf Österreichbesuch und traf unter anderen mit Bundeskanzler Faymann, Vizekanzler Spindelegger und Kardinal Schönborn zu Gesprächen zusammen. Bei seinen öffentlichen Auftritten wurde er von tausenden Menschen bejubelt. Das Ritual der Entrüstung und des Protests von offizieller chinesischer Seite, die Tibet seit der Invasion 1950 besetzt hält, ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Wenig überraschend war, dass Bundespräsident Fischer ein Treffen mit dem Friedens-Nobelpreisträger ablehnte. Wenig überraschend deshalb, da Fischer einerseits für seine Rückgratlosigkeit bekannt ist und bei Problemen lieber am Klo verschwindet, andererseits ist er für seine Affinität zu kommunistischen Regimen wie jenen von Nordkorea oder eben auch von China berüchtigt. An Österreichs Ein-China Politik wolle er nichts verändern, ließ Fischer verlauten. Seine Genossen im Geiste will man ja nicht beleidigen.

Fischer entflieht der Kritik ins kommunistische Vietnam

Fischers Weigerung sorgte nicht nur bei der österreichischen Tibet Gesellschaft für Verärgerung und Verwunderung. Auch der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) kritisierte den Bundespräsidenten gegenüber der Tageszeitung Österreich scharf. Selbst Fischers Genosse Werner Faymann, der nicht gerade für politischen Mut bekannt ist, war sich nicht zu schade, dem in aller Welt angesehenen Tibeter die Ehre zu erweisen.

Heute, Dienstag, bricht Fischer zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Vietnam auf. Dort kann er mit den kommunistischen Machthabern über Marx, Engels und die Segnungen des Kommunismus philosophieren.

Geldbeutel wichtiger als Moral

"Erst kommt das Fressen, dann die Moral", hat Bertold Brecht einmal gesagt. Er hatte sich damit zwar auf Hungernde bezogen, doch auch die wohlhabenden Mitglieder der Österreichisch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung scheinen sich dieses Prinzip zu Eigen gemacht zu haben. Um gute Geschäfte mit China bangend, wird deren Präsident, der bekannt Rechtsanwalt Georg Zanger, in den Niederösterreichischen Nachrichten zitiert,  es sei "bedauerlich dass die österreichische Führungsspitze den separatistischen Führer der chinesischen Provinz Tibet in Österreich empfängt und außer Acht lässt, dass diese Begegnung ernsthaft die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und China gefährdet." Ein gefüllter Geldbeutel ist manchen Unternehmern allemal wichtiger als Selbstbestimmung und Menschenrechte.

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