Spaltung der Linkspartei bei Parteitag weiter vertieft

Vor dem Wahlparteitag der neokommunistischen Linkspartei in Göttingen befürchtete Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi eine Parteispaltung. Sollte nach dem Kandidaturverzicht von Oskar Lafontaine keine Parteispitze gefunden werden, die breite Unterstützung erhält, drohe ein Auseinandertriften der Parteiflügel bis hin zur Spaltung. Die knappen Wahlergebnisse der neuen Doppelspitze deuten genau in diese Richtung. Dazu kommt, dass die Wähler sich von der Partei Die Linke vor allem im Westen Deutschlands zunehmend abwenden. Damit droht sogar ein Scheitern an der Fünfprozenthürde bei den Bundestagswahlen 2013.

Gregor Gysi ist mit Integrationsaufgabe gescheitert

Sich selbst sah der Fraktionsvorsitzende mit der innerparteilichen Integrationsaufgabe gescheitert. So sei es ihm nicht gelungen, die verschiedenen Strömungen und Gruppen unter einen Hut zu bringen. Im Laufe der Diskussion um zukünftige Parteispitze und Ausrichtung hätten sich im Gegenteil die Gräben und Auseinandersetzungen noch vertieft. Rund zehn Funktionäre hatten im Vorfeld des Parteitags ihre Kandidatur für den Vorsitz angekündigt, manche aber wieder zurückgezogen. Am Ende gab es um beide Spitzenposten ein Duell. Die sächsische Bundestagsabgeordnete Katja Kipping setze sich mit rund 67 Prozent gegen die noch unbekanntere Hamburgerin Dora Heyenn durch. Während Kipping den beiden Lagern relativ neutral gegenüber steht, wurde die Wahl des zweiten Vorsitzenden zu einem Triumph für das radikal linke Lager um Oskar Lafontaine und seine Lebensgefährtin Sarah Wagenknecht, die beide nicht kandidierten. Mit dem weitgehend unbekannten Baden-Württemberger Bern Riexinger aus dem linken Gewerkschaftsflügel setzte sich ein Lafontaine-Verbündeter gegen den Reformer Dietmar Bartsch durch

44 Prozent der Wähler sehen Linkspartei scheitern

Bei den deutschen Wählern kommt der Richtungsstreit jedenfalls gar nicht an. Ganze 44 Prozent der Deutschen glauben, dass Die Linke nach der Bundestagswahl 2013 nicht mehr vertreten sein wird. Und eine satte Zweidrittelmehrheit hält sie langfristig nicht für regierungsfähig. Nach dem Parteitag scheint es unwahrscheinlich, diese Werte nach oben zu korrigieren.

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