Graf über Meschar: Wie ein Kind in den Fängen eines Sekte

Martin Graf nimmt im Sonntags-Kurier ausführlich zur Stiftungs-Affäre Stellung. In einem sehr persönlichen Interview, das Birgit Braunrath geführt hat, zeigt sich Graf nach wie vor schockiert über den plötzlichen Sinneswandel seiner langjährigen Freundin Gertrud Meschar. Er macht ihr weiterhin keinen Vorwurf, zieht jedoch einen drastischen Vergleich: „Was macht man, wenn man als Vater draufkommt, dass sein Kind in die Fänge einer Sekte geraten ist? Plötzlich wird Ihnen ein Mensch, den Sie seit vielen Jahrzehnten kennen, entfremdet.“

"Gehirnwäsche" durch Beratergruppe

Graf lässt keinen Zweifel offen, wer dieses sektenartige Klima um Meschar herum aufgebaut haben könnte: „Da gibt es offensichtlich eine Beratergruppe – deren Interessen lassen wir jetzt dahingestellt -, die bereit sind, alles zu tun, notfalls über die Medien Unsinn zu verbreiten, eine Gehirnwäsche vorzunehmen …“ Und vor diesen Menschen will Graf die Stifterin schützen, auch in dem laufenden Abberufungsverfahren, das Meschar gegen Graf und seine Vorstandskollegen angestrengt hat. Was Graf davon zu berichten weiß, wirft tatsächlich kein gutes Licht auf die vorgeschlagenen neuen Vorstände:

Eine meiner Grundbedingungen für einen Wechsel im Vorstand war schon bei den ersten Vergleichsgesprächen, dass diejenigen, die jetzt in die Stiftung hineindrängen, eine Erklärung abgeben, dass sie die Stiftung unentgeltlich führen, solange Frau Meschar lebt. Das wurde abgelehnt. Da habe ich gesagt: "So nicht. Der Stifterwille ist zu respektieren."

Er selbst könne mit der Situation umgehen, so Graf, der sich im Verlauf des Interviews schon geradezu amüsiert zeigte, über die zahlreichen Gerüchte, die über ihn im Umlauf sind. Er polarisiere in der Öffentlichkeit heute nicht mehr als sonst:

50 Prozent der Leute sprechen mir Mut zu, 50 Prozent beschimpfen mich, das war schon immer so, das kenne ich.

Vater im Spital, Sohn wird im Lehrbetrieb angepöbelt

Sorgen macht sich Graf allerdings um seine Familie. Unzensuriert.at hat bereits über den Belagerungszustand im Restaurant berichtet, das von Grafs Vater gegründet wurde. Ihm setzt die öffentliche Kritik nun besonders zu:

Mein Vater hat einen halben Herzinfarkt gekriegt, ist im Spital und wird operiert, das ist das Ergebnis. […] Meine Frau ist nach einer Operation zu Hause gelegen, plötzlich standen Journalisten auf unserem Grundstück. Mein Bub ist ein Tischlerlehrling, kommt in die Arbeit und muss sich dort anhören, sein Vater ist ein Gauner. Es ist brutal.

Dennoch wolle er vor dem Firmenbuchgericht kämpfen, „um seine Reputation“, sagt Graf, das sei ein Menschenrecht. Wenn man ihn abberufe, müsse er das zur Kenntnis nehmen:

Aber wenn Frau Meschar das will, werde ich mich auch ohne Stiftungsvorstandsmandat um sie kümmern. Wahrscheinlich eh als Einziger. Ich war immer der Einzige, der auf sie geschaut hat, seit dem Tod ihrer Mutter.

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