FAZ-Korrespondent erklärt Standard-Lesern die Lage in Ungarn

Gelegentlich ist es wohltuend, wenn das Unerwartete tatsächlich eintritt und Publizisten einer deutschen oder österreichischen Tageszeitung die Realität beschreiben, wie sie ist. Jüngst geschah dies in der lachsfarbenen linken österreichischen Tageszeitung Der Standard. Dazu musste man sich im Standard allerdings einer „Arbeitsleihe“ bedienen. Man engagierte den Österreich-Korrespondenten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), Reinhard Olt. Dieser durfte in der Standard-Ausgabe vom 1. Juni 2012  über „mediale Reflexzonenmassage“ zum Thema Ungarn publizieren und entlarvte dabei die Doppelmoral der Kritik an konservativen Regierungsbündnissen in Österreich und Ungarn.

Reinhard Olt, ein gebildeter Publizist mit Werten

Der FAZ-Österreich-Korrespondent Reinhard Olt ist seit 18 Jahren in Wien und kennt daher die österreichische, aber auch ungarische Innenpolitik aus unmittelbarer Wahrnehmung. Dazu kommt, dass Olt durch seine breite akademische Ausbildung als Germanist, Volkskundler, Historiker und Politologe auch das notwendige inhaltliche Rüstzeug zur Beurteilung von Menschen, Lagen, Dingen mitbringt. Zahlreiche Ehrungen, wie etwa der Medienpreis des Bundes der Vertriebenen (1993) oder der Otto von Habsburg-Journalistenpreis für Minderheitenschutz und kulturelle Vielfalt, zeichnen ihn aus. Auch die Bundesländer Tirol und Steiermark sowie Südtirol haben Olt in den letzten Jahren für seine Tätigkeit als Journalist geehrt.

Olt stellt sich wider die "Rituale des Mainstream-publizistischen Verdammens"

In seinem jüngsten Kommentar „Wider die Rituale des Mainstream-publizistischen Verdammens“ setzt Reinhard Olt einmal mehr auf politischen Realitätssinn. Mit dem Untertitel „Eine Gegenstimme zum Chor der Empörten über des Exkanzlers Lobrede auf den amtierenden ungarischen Regierungschef.“ richtet sich Olt an die Leser und warnt vor einseitiger Verkürzung der Beurteilung Ungarns und des Eintritts des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel (ÖVP) für den Kurs der aktuell im Amt befindlichen Regierung Viktor Orban. Schritt für Schritt führt er die Leser an das Thema heran, deckt das Versagen der sozialistischen Vorgängerregierungen Ungarns auf und erinnert an die 2000 erfolgte Kampagne gegen Österreichs schwarz-blaue Bundesregierung. Gleichzeitig entlarvt er die Kritiker Orbans, die heute, wie damals bei Österreich, aus der linken Ecke kommen:

Man hätte sich daher geradezu wundern müssen, wenn jetzt, da sich der österreichische "Altkanzler" zur Halbzeit der Regierung Orbán im Nachbarland Ungarn in erfrischender – und zutreffender – Weise löblich geäußert hat, dieses Ritual, das der Philosoph Rudolf Burger einst mit dem Epitheton ornans "antifaschistischer Karneval" versah, ausgeblieben wäre."

„Tolerante“ Standard-Leser wenden sich schroff gegen Olt

Soviel Pluralismus in der Betrachtungsweise ist für manche Standard-Leser offensichtlich zu viel. Mehr als schroff wenden sich viele Kommentarschreiber gegen die Ausführungen Olts und deklarieren dies durch entsprechende Postings. Sie sind es offensichtlich nicht mehr gewohnt, dass nicht nur aus einer einzigen Ecke heraus argumentiert wird, und zeigen sich dadurch einigermaßen überfordert. Damit bestätigen sie Stück für Stück die „mediale Reflexionsmassage“, die Olt in ausgezeichneter Art und Weise bei vielen Medien, Politikern und wohl auch Lesern beim Blick nach Rechts – und damit zur Mitte hin – diagnostiziert.

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