Stiftung: ORF-Report sucht und findet Experten

Der ORF-Report wird heute ein zweites Mal über die Stiftungs-Causa Meschar berichten. Der Jagdtrieb ist durch den Rückzug Martin Grafs aus dem Stiftungsvorstand offenbar noch nicht gestillt. Jetzt sollen zusätzlich zu den durch Frau Meschar und ihre neuen Berater beim Handelsgericht deponierten Kritikpunkten noch strafrechtliche Vorwürfe erhoben werden. Dazu bedarf es natürlich eines berufenen Experten.

Wohl auch um sich nicht erneut dem Vorwurf des Überrumpelungsjournalismus auszusetzen, wurde Report-Chef Robert Wiesner bereits am Freitag beim Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf vorstellig und teilte ihm per Mail mit:

Wir werden auch nächste Woche über Ihr Wirken in der Gertrud Meschar Privatstiftung berichten, unsere Redakteurin Julia Kovarik erwartet unter anderem ein Interview, in dem möglicherweise (straf)rechtliche Vorwürfe gegen Sie erhoben werden.

Sie ist heute auf Dreh unterwegs, daher ersuche ich Sie vorsorglich um ein Interview ab Montag 15 Uhr, um Ihnen ausreichend Gelegenheit zur Stellungnahme geben zu können.

Die möglicherweise (straf-)rechtlichen Vorwürfe hatte man dann am Montagnachmittag endlich im Kasten. Reporterin Julia Kovarik informierte Grafs Pressesprecher, dass der früher prominente Rechtsanwalt Farid Rifaat sich dahingehend äußere, dass in Zusammenhang mit der Stiftungsgründung und der laufenden Gebarung allenfalls zu prüfen sei, ob dadurch die Tatbestände des Betrugs und/oder der Untreue verwirklicht wurden. Ob Rifaat in dieser Causa konkrete Klienteninteressen wahrnimmt, wollte er gegenüber Unzensuriert.at unter Verweis auf die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht nicht sagen. Der Interviewwunsch sei jedoch vom ORF ausgegangen. Martin Graf verzichtete auf die Möglichkeit zur Stellungnahme.

Versuchter Grundstücksverkauf als neuer Vorwurf

Ein weiteres Thema des heutigen Beitrags wird die versuchte Verwertung einer Liegenschaft in Wien-Leopoldau sein. Dem Stiftungsvorstand soll offenbar vorgeworfen werden, sich für eine gewinnbringende Nutzung eines brachliegenden Grundstücks einzusetzen. Ein positiver Abschluss des Geschäfts würde das Vermögen der Stiftung und damit auch der Erträge der Stifterin vermehren.

Aktualisierung: Der Beitrag hält, was er verspricht

Die Kampagne geht weiter. Der ORF setzt auf Emotionen statt Fakten, wiederholt weite Teile des ersten Beitrags. Farid Rifaat gibt ein paar allgemeine Rechtsbelehrungen. Warum diese dünne Suppe überhaupt auf Sendung gebracht wurde, erklärt Politologe Thomas Hofer am Ende seines Studiogesprächs:

Das wird eine innenpolitisch spannende Debatte, wenn es eben so ist, dass die Stiftung weiter in den Medien bleibt, das ist natürlich schon notwendig…

Vielleicht spielt der ORF im nächsten Report, um Hofers Anregung gerecht zu werden, gleich ein "Best of" der bisherigen Beiträge. Spart auch Produktionskosten.

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