Deimek: Goldgedeckte Eurobonds sind "Staatsverrat"!

6. Juni 2012 - 9:33

In einer Pressekonferenz äußerte der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Gerhard Deimek Kritik an der Österreichischen Nationalbank. Informationen über das Gold der Österreicherinnen und Österreicher würden gezielt und unter fadenscheinigen Umständen zurückgehalten. Deimek vermutet, dass die Goldbestände zur Eurorettung eingesetzt werden sollen. Das Gold würde im schlimmsten Fall „auf dem Spieltisch des Brüsseler Euro-Roulettes verscherbelt.“

Sarkophag des Schweigens

Seit mehr als zwei Jahren versucht Gerhard Deimek, den Verbleib der österreichischen Goldreserven zu klären. Dabei handelt es sich um 280 Tonnen, die einen Wert von derzeit 11 Milliarden Euro repräsentieren. „Das letzte Tafelsilber der Republik“, wie der freiheitliche Abgeordnete sich ausdrückte. Es gelte zu sichern, dass Österreich und seine Bevölkerung im Ernstfall auf die Barren zugreifen können. Zahlreiche parlamentarische Anfragen seien weitgehend unbeantwortet geblieben, kritisierte Deimek Finanzministerium und Nationalbank. „Ein Sarkophag des Schweigens“ sei errichtet worden. Finanzministerin Maria Fekter und Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny verschanzten sich hinter einer angeblich üblichen „Ausweispraxis“ innerhalb des Europäischen Zentralbankensystems. Weder die Lagerorte des österreichischen Goldes wurden bekanntgegeben, noch das Verhältnis zwischen physischem Gold und Goldforderungen. Diese Ausweispraxis konnte durch Recherchen widerlegt werden, wie der Abgeordnete betonte.

In Deutschland werden die Lagerstätten des Goldes der Bundesbank ausgewiesen. Es befindet sich in den Tresoren der Federal Reserve, in London und ein kleinerer Teil davon in Paris. Belgiens Notenbank gab die Menge an verliehenem Gold bekannt, wie das Medium Trend veröffentlichte. OeNB-Gouverneur Nowotny behauptete in einem persönlichen Gespräch, unser Gold befände sich in Zürich und London. Sollte ich diese Information publik machen – was hiermit geschieht – kündigte er an, diesen Umstand abstreiten zu müssen.

Bis vor kurzer Zeit war dem Freiheitlichen nicht klar, weshalb derartige Verschleierungs- und Desinformationspolitik betrieben wurde. Die im Zuge der finanziellen Probleme Spaniens erneut und mit besonderer Heftigkeit aufgeflammte Debatte um die Eurorettung könne die Erklärung liefern.

Goldgedeckte Eurobonds und Staatsverrat

Europäische Union und die Europäische Zentralbank denken die Einführung goldgedeckter Eurobonds an. "Österreich würde für die Schulden anderer Länder – die über 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hinausgehen – mit seinem Gold haften. Man plant, die ausfallgefährdeten Schulden Griechenlands zu vergolden“, umreißt Deimek dieses Vorhaben. Die europäische Front gegen die Einführung gemeinsamer Staatsanleihen bröckelt: „Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht sich gegen angebliche Denkverbote aus.“ Augenscheinlich relativiere sie ihren bisher strikten Kurs. Für Österreich und seine Bürger sei das kein Grund zur Freude: "Wieder einmal dient man sich Brüssel an. Der Verbleib des Goldes wird verheimlicht, um es sang- und klanglos für die Eurorettung am EU-Altar opfern zu können."

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Im Hinblick auf das Verhalten Ewald Nowotnys fand Deimek deutliche Worte. Er sprach von „Staatsverrat“. Mit der Schaffung der Initiative „Rettet unser Österreichisches Gold“ wolle Deimek der Bevölkerung ein Sprachrohr verschaffen:

Will die Regierung dieses goldene Tafelsilber verscherbeln und unseren Kindern im Austausch dafür als Erbe die Schulden Griechenlands überlassen? – Die Mehrheit der Österreicher die Freiheitliche Partei und ich sagen ganz klar: Nein!

Der mediale Durchbruch sei bereits gelungen. Jetzt gelte es, den politischen zu erzielen. Die Unterstützung der Petition und Gespräche mit Bürgern stimmen Deimek optimistisch, der die Regierung warnte, über die Köpfe der Bevölkerung hinweg zu regieren: „Hochmut kommt vor dem Fall.“

wandere aus, solange es noch geht

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Kommentare

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und ist daher verloren.
Es sei denn, Österreich zahlt seine USD-Schulden zurück. Aber wovon?
Wir hatten nach dem Krieg nur in einem Jahr ZBilanz-Überschüsse (30 Mio Eur dank Red Bull)

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Wir haben zwei Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU befragt, wo die deutschen Goldreserven geblieben sind und unterschiedliche Antworten bekommen.
http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/06/07/wo-sind-unsere-deutschen-...

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"der Federal Reserve, in London und ein kleinerer Teil davon in Paris"

Da fehlen nur noch die Russen!

Sind das Reparationen, oder warum überläßt man sonst den Siegermächten sein Gold?

Zur Erpressung?

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Diese Unwilligkeit zur Auskunft betreffend der Goldreserven Österreichs, könnte das nicht bedeuten, das gar kein Gold mehr (physikalisch) vorhanden ist ???
Ich traue diesen Gangstern nicht über den Weg !!!!!