Personal für Thronjubiläum musste unter der Brücke schlafen

Kein Grund zum Feiern war das Thronjubiläum von Queen Elizabeth für Langzeitarbeitslose, die dabei als Ordner eingesetzt waren: Mit ihnen wurde wenig zimperlich umgegangen, um nicht zu sagen: Sie wurden ausgebeutet. Die Arbeitslosen, die durch ein Regierungsprogramm an eine Sicherheitsfirma vermittelt worden waren, wurden am Samstag aus verschiedenen Städten mit Bussen nach London gebracht, wo sie um 3 Uhr morgens ankamen. Man ließ sie bei der London Bridge aussteigen, die ihnen als Nachtquartier dienen sollte. Um 5.30 Uhr wurden sie geweckt, mussten sich im Freien umziehen und traten dann ihre 14-stündige Schicht als Ordner bei der Bootsparade für die Queen an. Angeblich hatten sie 24 Stunden lang keinen Zugang zu Toiletten. Nach dem langen Arbeitstag, an dem es auch noch in Strömen regnete, wurden sie in eine sumpfige Gegend außerhalb Londons gebracht, wo sie ihre Zelte aufschlagen durften.

Manche arbeiteten völlig ohne Lohn

Für diese Tortur erhielten 30 der Arbeitslosen überhaupt keine Bezahlung, 50 andere bekamen 2,8 Pfund in der Stunde. Dafür wurde ihnen eine normal bezahlte Ordner-Tätigkeit bei den Olympischen Spielen versprochen.

Die Sicherheitsfirma gab an, es gehe bei den Arbeitslosen nicht um Verdienst, sondern darum, ihre Qualifikationen zu erhöhen. Man gestand logistische Fehler ein und entschuldigte sich für die Nächtigung unter der Brücke, meinte aber grundsätzlich zu den Vorwürfen, dass sie übertrieben seien. Harte Arbeitsbedingungen lägen in der Natur der Event-Arbeit, die nichts für Zartbesaitete sei.

Der ehemalige Vize-Premierminister Lord Prescott warf der Regierung „Ausbeutung von unbezahlter Arbeit“ vor und forderte, die Verträge mit der Sicherheitsfirma für die Olympischen Spiele noch einmal zu überdenken. Eine Sprecherin des Premierministers wies die Kritik zurück und bezeichnete die Angelegenheit als „isolierten Einzelfall“.

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