Frankreich wird sozialistisch

46 Millionen Franzosen waren am Sonntag aufgerufen, eine neue Nationalversammlung zu wählen. Nur rund 60 Prozent der Wahlberechtigten machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch und erteilten den bisher regierenden Konservativen der UMP vorläufig eine kräftige Abfuhr. Da die Kandidaten in ihrem jeweiligen Wahlkreis eine absolute Stimmenmehrheit erreichen müssen, fällt die definitive Entscheidung in den meisten Bezirken allerdings erst bei der Stichwahl am nächsten Sonntag. Aufgrund des bisherigen Ergebnisses zeichnet sich jedoch ein kräftiger Linksrutsch ab.

Für die UMP brechen wohl harte Jahre auf der Oppositionsbank an. Nachdem der Sozialist Francois Hollande den konservativen Nikolas Sarkozy bereits im Mai als Staatspräsident ablöste und die Koalition der Linksparteien seit letztem Jahr im Senat die Mehrheit stellt, fuhr sie beim gestrigen ersten Wahlgang zur Nationalversammlung einen weiteren Wahlsieg ein. Hochrechnungen zufolge können die Sozialisten gemeinsam mit den mit ihnen verbündeten anderen Linksparteien mit 283 bis 329 Sitzen der 577 zu vergebenden Mandate rechnen. Klar abgeschlagen ist die UMP mit 210 bis 263 Mandaten. Trotz eines Stimmenanteils von rund 14 Prozent wird aufgrund des in Frankreich geltenden Mehrheitswahlrechtes der Front National nur mit 3 bis 5 Abgeordneten vertreten sein.

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