CDU-Politiker verlangt Sprengung alter Denkmäler

Die Feindschaft gegenüber dem eigenen Land nimmt in Deutschland immer abstrusere Formen an. Selbst aus der angeblich konservativen CDU hört man nun den Ruf, alle positive Erinnerung an die deutsche Geschichte einzuebnen: Heiner Geißler, ehemaliger Minister, bezeichnete die berühmte Siegessäule inmitten Berlins als das "dümmste Denkmal Deutschlands" und fordert dessen Sprengung – sowie die aller anderen preußischem Prunkdenkmäler.

Die Siegessäule stammt aus der Zeit der Einigungskriege und wurde 1873 fertiggestellt. Sie erinnert an die Siege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich, die in weiterer Folge zur Einigung Deutschlands führten. Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg forderte Frankreich die Sprengung der Siegessäule – die anderen Alliierten sprachen sich jedoch dagegen aus. Vermutlich, weil in beinahe jedem Land der Erde eine Art Denkmal des Zusammenhalts und der nationalen Identität zu finden ist und die Bevölkerung an solch relevante Wendepunkte der eigenen Geschichte erinnert werden soll.

"Das dümmste Denkmal, das in Deutschland herumsteht"

Geißler wiederholt nun den eingemotteten französischen Wunsch: "Die Siegessäule ist das dümmste Denkmal, das in Deutschland herumsteht", sagte er der DPA, wie Der Spiegel berichtet. Das Bauwerk passe nicht mehr in die heutige Zeit. Dass die Einheit Deutschlands, besonders nach der jüngsten Spaltung, noch immer zu den wichtigsten Feiertagen des Landes zählt, ist ihm offenbar entgangen. In einer Sendung des ZDF hatte sich Geißler sogar für eine Sprengung des denkmalgeschützten Bauwerks ausgesprochen. später bezeichnete er diese Forderung in einem Lippenbekenntnis als Ironie, fügte aber sogleich hinzu, dass ein ernster Gedanke hinter dieser Ironie stehe, der sich auf "preußisch-militaristische Denkmäler" allgemein erstrecken soll.

Geißlers Idee kommt bei Lesern nicht an

Diese Verleumdung ihrer Vergangenheit lassen sich mittlerweile auch die Zeitungleser nicht mehr gefallen: "Wenn schon "Sieges-Zeichen" entfernt werden sollen, dann bitteschön aber auch "Niederlagen-Zeichen". Ich glaube man nennt sie Mahnmale, Ehrenzeichen, Gedenkstätten, etc., denn wo kein Sieg geehrt werden soll, da sollte bitte auch keine Niederlage betrauert werden", so User HoBre in der RP-Online, bezogen auf das Gedenken an "Nationalismus und Militarismus", das Geißler anprangerte. Andere Kommentatoren ziehen Parallelen zu internationalen Sehenswürdigkeiten wie dem Pariser Triumphbogen und dem Londoner Trafalgar Square, die nach Geißlers Logik auch keinerlei Existenzberechtigung haben dürften. Selbst im sonst so antikonservativen Spiegel sind die noch halbwegs solidarischen Kommentatoren der Meinung, dass das Denkmal, auch wenn es  nicht mehr zur heute gängigen Meinung passe, als "Mahnmal" erhalten bleiben sollte. Doch dass der Sinn eines Denkmals nun mal jener ist, über große Zeitspannen hinweg an die Vergangenheit zu erinnern, und deswegen überhaupt keinen Anspruch auf Zeitmäßigkeit erhebt, bleibt dem Ex-Politiker weiterhin unklar – obwohl auch er aus einer vergangenen Zeit stammt und trotz seiner fehlenden Zeitgemäßheit noch Aufmerksamkeit erhält.

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