1,9 Promille: Grüne Bezirkspolitikerin schießt Frau von Blauem ab

Freitag kurz nach 18 Uhr. Eine Autofahrerin hält in Wien-Donaustadt an einer Kreuzung in der Hirschstettner Straße. Im Rückspiegel sieht sie ein anderes Auto viel zu schnell näher kommen. Es kracht gewaltig. Auch im anderen Auto sitzt eine Frau. Ihr ist die Situation offensichtlich unangenehm. Sie bietet dem Unfallopfer eine Visitenkarte an und will sich wieder aus dem Staub machen.

Die Hektik ist nicht unbegründet: Der Crash hat Eva Hauk (71), Bezirksrätin der Donaustädter Grünen, nicht nur den Führerschein, sondern auch den politischen Job gekostet. Ein von der herbeigerufenen Polizei durchgeführter Alkohol-Test ergab 1,9 Promille. Für die Grüne „Spitzenpolitikerin“, als die sie sich während der Amtshandlung immer wieder bezeichnet haben soll, war das alles eine „Intrige“, umso mehr als auch der Ehemann des Unfallopfers herbeigeeilt war: Werner Hammer, FPÖ-Bezirksvorsteher-Stellvertreter in Wien-Donaustadt, der sofort erkannte, wer seine Frau „abgeschossen“ hatte. „Ich bin jedoch nicht auf sie eingegangen, habe mich nur um meine Frau gekümmert“, schildert er die Situation. Unbeteiligte Zeugen seien auf den Plan getreten und hätten die Grün-Politikerin bis zum Eintreffen der Polizei daran gehindert, den Unfallort zu verlassen.

Leere Wodkaflasche im Auto

Ein Teil der „Intrige“ gegen die Klubobfrau ihrer Partei im Bezirksrat ist wohl auch die leere Wodkaflasche, die laut Kronen Zeitung in ihrem bereits ziemlich verbeulten Auto herumkullerte. Auch der Promillewert ist angesichts der „zwei Gespritzten“, die sie getrunken haben will, schwer erklärbar. Gegenüber der Gratiszeitung Heute gibt sie an „wirklich fertig“ zu sein, die Alkoholisierung kann Hauk jedoch auch hier nicht erklären. Die politischen Konsequenzen hat sie dennoch gezogen und ist von allen politischen Ämtern zurückgetreten.

Unfallopfer Andrea Hammer erlitt bei dem Zusammenstoß eine Halswirbelsäulen-Zerrung und eine Thorax-Prellung. Keine Rede kann also von der Version sein, die Hauk der Zeitung Heute auftischt, wonach beide Unfallbeteiligten unverletzt geblieben seien. „Gleichzeitig war Donauinselfest, da haben wir im Donauspital fast sechs Stunden gebraucht“, erzählt Werner Hammer. Nur Lob findet er gegenüber Unzensuriert.at für die Polizisten am Unfallort: „Sie sind trotz der Vorwürfe und Ausflüchte der Grün-Politikerin völlig ruhig geblieben, haben ihr am Ende sogar ein Taxi gerufen. Und dann haben sie ihr in aller Ruhe erklärt, dass nicht das Polizeiauto das Taxi ist. Sie dürfte da nämlich etwas verwechselt haben“, so Hammer.

Mit „Tschuldigen!“ war es nicht erledigt

Detail am Rande: In unmittelbarer Nähe der Kreuzung in der Hirschstettner Straße steht derzeit ein Plakat der „Tschuldigen-Kampagne“, mit der die Grüne Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou für mehr „Charme und Schmäh“ und ein „entspanntes Miteinander im Straßenverkehr“ wirbt. Ihre Parteikollegin – immerhin auch Verkehrssprecherin auf Bezirksebene – dürfte dies bereits gut verinnerlicht haben. Daher wohl der Versuch, sich mit einer Visitenkarte und einem „Tschuldigen!“ aus der Affäre zu ziehen…

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