Dubiose Kreditgeschäfte in der roten Stadtgemeinde Schwechat

Dubiose Kreditgeschäfte fanden in der Vergangenheit im Umfeld der Stadtgemeinde Schwechat statt. Konkret geht es um die Multiversum Schwechat Betriebs GmbH. Diese Mehrzweckveranstaltungshalle war auf Betreiben der SPÖ-regierten Stadt Schwechat errichtet worden. Neben dem finanziellen und politischen Engagement der Stadtgemeinde Schwechat förderten auch die Republik Österreich und das Bundesland Niederösterreich das Projekt kräftig. Allein die Stadtgemeinde Schwechat trägt eine Ausfallshaftung über 23 Millionen Euro für das Multiversum. Geschäftsführer dort ist unter anderem der stellvertretende Stadtamtsdirektor Franz Kucharowits.

City-Manager Manfred Merten macht  Geschäfte mit städtischem Multiversum

In nun durch die Schwechater FPÖ an die Öffentlichkeit gelangten Unterlagen aus dem Umfeld der Multiversum-Betriebsgesellschaft sind unter anderem Hinweise auf Darlehen, eine Pfandbestellungsurkunde sowie diverse Rechnungen bzw. „Rückverrechnungen“ zwischen der Gesellschaft und einer Firma des Schwechater City-Managers Ing. Manfred Merten aufgetaucht. Die Multiversum GmbH hat Merten bzw. dessen Privatfirma Media-Network GmbH  Darlehen im Gesamtausmaß von knapp 913.000 Euro gegeben. Die Summen setzen sich einerseits aus einem Darlehen an Merten, andererseits aus Forderungen wegen nicht erfolgter Leistungen durch seine Firma zusammen.

Kredite an Merten und ein Pfandrecht im 12. Rang

Um diese aushaftenden Beträge zumindest zum Teil zu besichern, wurde auf einem Grundstück in Leopoldsdorf, das im Eigentum des Schwechater City-Managers steht, am 22. Mai 2012 ein Pfandrecht in der Größenordnung von 600.000 Euro zu Gunsten der Multiversum Bertriebs GmbH einverleibt. Das Pfandrecht hat die Rangordnungsnummer 12 im Lastenblatt des Grundbuchs. Auf den Rängen davor befinden sich unter anderem ein Vorkaufsrecht und Wiederkaufsrecht der Stadtgemeinde Schwechat aus dem Jahre 1994, darüber hinaus Pfandrechte der Bank Austria von 720.000 Euro aus dem Jahre 2005. Dazu kommt eine weitere Pfandbestellung in der Höhe von 240.000 Euro. Erst auf Platz 12 folgt das Multiversum. Beim verpfändeten Grundstück handelt es sich um eine Liegenschaft  im Ausmaß von 1.629 Quadratmetern, davon 339 Quadratmeter bebaut. Dort ist auch der Sitz der Merten Management GmbH. Die notwendigen Unterlagen für die Pfandrechsbestellung tragen die Unterschrift des stellvertretenden Stadtamtsdirektors Kucharowits.

Merten ist seit Jahren roter Wirtschaftskammer-Funktionär

Manfred Merten ist nicht nur umtriebiger Schwechater City-Manager. Als Geschäftsmann bietet er Unternehmensberatung, Digital Signage-Lösungen, Dokumentenmanagement, Stadt- und Regionalmarketing sowie die Vermarktung von Sonderwerbeformen an. Merten teilt sich auch die Geschäftsführung der Wirtschaftsplattform Schwechat mit dem Schwechater SPÖ-Bürgermeister und Nationalratsabgeordneten Hannes Fazekas. Merten, 2012 von Staatssekretär Dr. Josef Ostermayer im Bundeskanzleramt mit dem Titel „Kommerzialrat“ ausgezeichnet, ist auch hochrangiger Funktionär des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV). Er ist unter anderem Ausschussmitglied in der Fachgruppe „Unternehmensberatung und Informationstechnologie“ der Wirtschaftskammer NÖ, Vorstandsmitglied des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Niederösterreich sowie stellvertretender Bezirksvorsitzender des SWV Schwechat.

FPÖ stellte Dringlichkeitsantrag zu Kreditgeschäften

Die Schwechater FPÖ unter Bundesrat Johann Ertl stellte im Gemeinderat einen Dringlichkeitsantrag, der Bürgermeister Fazekas verpflichten sollte, die verworrene Causa aufzuklären. Diesen lehnte dessen dominante SPÖ-Fraktion jedoch ab und sperrte sich somit dagegen, Licht ins Dunkel der roten Geschäftemacherei in Schwechat zu bringen. Merten stand als City-Manager sowie Auftrags- und Kreditnehmer von Multiversum weiterhin unter dem Schutz des roten Bürgermeisters. Inzwischen hat Fazekas aber die Reißleine gezogen. Manfred Merten muss als City-Manager den Hut nehmen, der stellvertretende Stadtamtsdirektor Kucharowits verließ die Geschäftsführung des Multiversums. Bürgermeister Fazekas inszenierte sich gegenüber den Niederösterreichischen Nachrichten als Aktivsposten der Aufklärung – entgegen dem aktuellen Gemeinderatsbeschluss seiner SPÖ-Genossen.

Merten wenig auskunftsfreudig

Unzensuriert.at hat Manfred Merten mit den Vorwürfen konfrontiert und um Stellungnahme ersucht. Merten jedoch ging auf die detaillierten Fragen nach Darlehen, Leistungen und Pfandbestellungen nicht ein und übermittelte nur folgende Antwort zu seiner Tätigkeiten als City-Manager sowie im Umfeld der Schwechater SPÖ und des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes:

Ich habe als Citymanager erfolgreiche Arbeit geleistet und werde in diesem Fall selbstverständlich bei der professionellen Aufarbeitung der Angelegenheit aktiv mitwirken.

Die Behauptung ich hätte mit im Rahmen meines EHRENAMTLICHEN Engagements im Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband und im Umfeld der SPÖ persönliche Vorteile bewirkt muss ich entschieden zurückweisen.

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