Rosa Klotz: Kämpferische Tirolerin 92-jährig verstorben

Am 27. Juni 2012 verstarb Rosa Klotz, die Witwe des Südtiroler Freiheitskämpfers Georg „Jörg“ Klotz, im Alter von 92 Jahren. Die feierliche Bestattung fand am 30. Juni in St. Leonhard in Passeier statt. Die feierliche Verabschiedung fand unter Anteilnahme einer großen Trauergemeinde statt. Mehr als 700 Personen, darunter Schützenabordnungen aus ganz Tirol, Vertreter des Andreas-Hofer-Bundes, des Südtiroler Heimatbundes und der Südtiroler Landespolitik gaben der Verstorbenen das letzte Geleit. Damit wurde nicht nur der Persönlichkeit Rosa Klotz, sondern auch ihres jahrzehntelangen Einsatzes als Tiroler Patriotin gedacht.

Ehemann Jörg Klotz war Anführer des Freiheitskampfes

Rosa Klotz war Lehrerin und Ehefrau von Freiheitskämpfer Georg "Jörg" Klotz. Gemeinsam hatten die beiden sechs Kinder, die zum Teil heute in Politik und Schützenbund aktiv sind, so die Landtagsabgeordnete Dr. Eva Klotz, der Waltner Schützen-Ehrenhauptmann Wolfram Klotz und der Burggräfler Bezirksmajor-Stellvertreter Manfred Klotz. Georg Klotz war Mitbegründer des Südtiroler Schützenbundes, erster Landeskommandant-Stellvertreter und Mitglied des Befreiungsausschusses Südtirol (BAS). Im September 1964 wurde auf Georg Klotz und seinen Mitstreiter Luis Amplatz ein Mordanschlag verübt. Während Amplatz starb, konnte Klotz nach Nordtirol fliehen. In Italien zu längjährigen Haftstrafen verurteilt, musste er bis zu seinem Tod 1976 im Nordtiroler Exil ausharren.

Rosa Klotz als Ehefrau selbst verfolgt und eingesperrt

Als Ehefrau erlebte Rosa Klotz den Freiheitskampf mit, als Lehrerin, Mutter und Patriotin geriet sie selbst in die politischen Auseinandersetzungen. Nachdem ihr Mann nach Nordtirol geflüchtet war, wurde sie in einer Art „Sippenhaftung“ durch den Italienischen Staat schärfsten Repressionen ausgesetzt. Rosa Klotz muste für insgesamt 14 Monate in Untersuchungshaft. Sepp Mitterhofer, langjähriger Freund und Mitstreiter der Familie Klotz, würdigte Größe, Mut und Stärke der kämpferischen Tirolerin und ging insbesondere auf die harte Zeit der Verfolgung durch die italienischen Behörden ein:

Man muss sich einmal in ihre damalige Lage versetzen. Der Mann im österreichischen Exil, sie selbst von den Vertretern der Staatsmacht argwöhnisch beobachtet und kontrolliert, musste 6 kleine Kinder aufziehen, in die Schule schicken und später studieren lassen. Da kam plötzlich noch ein schwerer Schlag, der die Familie zerstören sollte. Sie wurde verhaftet und 14 Monate in Untersuchungshaft gesteckt. Nun kam ihre ganze Größe erst richtig zum Vorschein. Sie hat ihre Kinder beim Gefängnisbesuch getröstet und ihnen Mut zugesprochen. Was sie in den Stunden der Einsamkeit und den vielen Nächten wegen der großen Sorgen um ihre Familie durchgemacht hat, kann nur jemand erahnen der Ähnliches erlebt hat.
Bei all ihrem Leid und die Sorgen hat sie aber das Problem unserer Heimat nie vergessen. Als es hart auf hart ging, hat sie dem Sturm getrotzt, wie ein starker Baum im Wind. Als es ihr wieder besser ging, hat sie die Belange der Heimat nie aus den Augen verloren und sich für unser Ziel „weg von diesem bankrotten Staat“ eingesetzt. Rosa Klotz die Kämpferin an der Seite ihres Mannes Jörg, ist für uns alle ein leuchtendes Beispiel einer starken Frau und Mutter! Vor allem unsere Politiker sollten sich ein Beispiel an ihr nehmen, was man aus Liebe zur Heimat und Überzeugung für die gute Sache alles leisten und bewegen kann

Mit einer Generaldecharge erwies das Passeier Schützenbataillon Rosa Klotz die letzte Ehre.

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