Treichls Bank ist „too big to fail“

Die anlässlich der letzten Hauptversammlung der Erste Group aufgetauchte Frage, ob diese „too big to fail“ sei, bejahte Konzernchef Andreas Treichl und ergänzte, nicht zu wissen, ob das schlecht sei. Es stellt sich nur die Frage, für wen? Ein Vorteil für den heimischen Steuerzahler, der 1,2 Milliarden zuschießen durfte, scheint es jedenfalls nicht zu sein. Würde das Institut die Rechnung für das Fehlverhalten und die Gier seiner Manager selbst begleichen müssen, könnte tatsächlich erheblicher „Kollateralschaden“ entstehen.

Treichl gab sich selbstbewusst: "Wir stehen natürlich für 25 Prozent der Einlagen der Österreicher, 30 Prozent der Einlagen der Tschechen und Slowaken, weit über 20 Prozent der Rumänen und 10 Prozent der Ungarn."

Mit dieser enormen Bedeutung hat die Bank die Gesetze der Marktwirtschaft faktisch außer Kraft gesetzt. Demnach müsste nämlich jeder die Konsequenzen seines wirtschaftlichen Handelns selbst tragen können, ohne dadurch das System in seinem Bestand zu gefährden. Diese Forderung nach Verantwortung ist für derartig aufgeblähte Institute nicht mehr verbindlich. Das enorme finanzielle Gewicht der Erste Group ermöglicht es ihr, den Staat und die Gesellschaft in Geiselhaft zu nehmen. Anstatt für eingefahrene Verluste selbst zu haften, werden diese – im Gegensatz zu Gewinnen versteht sich – sozialisiert.

Abhilfe schaffen könnte die von der Freiheitlichen Partei geforderte Zerschlagung von „Too-big-to-fail“-Instituten. Einzelne Banken besäßen dann keine Systemrelevanz mehr und könnten sang- und klanglos den oft wohlverdienten Weg in Konkurs antreten. Ganz ohne milliardenschwere Hilfspakete und nebenbei würde auch die Arroganz von Herrn Treichl auf ein erträglicheres Maß gestutzt.

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