Unglaubliche Rassismus-Vorwürfe gegen Fußballklub

Rassismus, Verhöhnung und Verspottung werden dem Wiener Athletic Sportclub Koma, der in der Amateursportgemeinschaft (früher Reichsbund) spielt, vom Fußballverband vorgeworfen. Der Grund: Obmann Andreas Brazda schilderte auf der Klub-Homepage den Platzsturm von kurdischen Zuschauern bei einem Cup-Semifinalspiel, bei dem es zu einer regelrechten Treibjagd auf seine Spieler gekommen sein soll. Dabei verwendete er Ausdrücke wie „Aggression des Migrationsvereins“ oder „gewalttätige und prügelnde Kurden“, für die Brazda nun vor den Strafausschuss zitiert wurde.

AS Koma gegen Achmed Sport hieß die Begegnung auf dem ASV-13-Platz. Die Stimmung, so Augenzeugen, war unter den siegessicheren Anhängern des kurdischen Vereins Achmed Sport von Beginn an aufgeheizt, noch mehr als AS Koma mit 1:0 in Führung ging. Das Fass zum Überlaufen hätte aber ein harmloses Dutzendfoul eines türkischstämmigen Koma-Spielers gebracht, so Obmann Brazda, der die Situation folgendermaßen schildert: „Mehrere Achmed-Spieler besprangen sofort wahllos die Koma-Spieler in Kampsportmanier und ermunterten damit auch noch ca. 50 Achmed-Fans aus dem Zuschauerraum, die längst auf einen Grund warteten, um unter wütendem Geschrei den Platzsturm zu vollziehen.“ Ein Spielabbruch war unvermeidlich. Schiedsrichter und Spieler brauchten Minuten, um sich in die Kabinen zu retten. Drei Funkstreifen konnten schließlich für Ordnung und Sicherheit sorgen.

Neuaustragung unter schwerem Polizeischutz

Der Schock über die Ereignisse saß beim AS Koma tief. Die Spieler waren sich schnell einig, dass das Risiko an Leib und Leben viel zu groß sei, um nochmals gegen Achmed Sport anzutreten. Doch die Amateursportgemeinschaft hatte kein Einsehen: Beide Vereine wurden vorerst zu Geldstrafen verdonnert und eine Neuaustragung des Spiels festgesetzt. Dieses sollte am 7. Juni über die Bühne gehen. Die Fußballer von AS Koma waren dafür schwer zu motivieren. Erst als Obmann Brazda auf eigene Kosten Polizeischutz anmietete und beim Verband, der Amateursportgemeinschaft, eine Passkontrolle durchsetzte, waren die Spieler bereit anzutreten. Doch siehe da: Zwei Tage vor dieser Neuaustragung kam die Absage von Achmed Sport. Koma-Obmann Brazda vermutet, dass diese Absage durch die Passkontrolle provoziert wurde. Denn schon bei der ersten Begegnung wurden einige „linke“ Spieler beim Gegner entdeckt, u.a. einer, der eigentlich bei den Vienna Amateuren gemeldet ist und daher für den Verein Achmed Sport gar keine Spielgenehmigung hat.

Verstoß gegen Meinungsfreiheit und Menschenrechtskonvention

Wer glaubt, die Sache sei für den AS Koma damit erledigt, irrt. Der Koma-Obmann wurde Ende Juni mittels eines merkwürdigen Mails zu einer Sitzung des Straf- und Meldeausschusses (STRUMA) eingeladen:

Hallo Andi, die STRUMA Sitzung betreffend Deines Berichtes auf der Homepage von AS Koma findet am 26.6.2012 um 18 Uhr im RB Sekretariat im Happel Stadion statt.

Dort wurde ihm vorgeworfen, dass der Inhalt seines Artikels auf der Klub-Homepage „rassistisch“ sei. Nachgefragt im Sekretariat der Amateursportgemeinschaft, die im Wiener Fußballverband (WFV) eingegliedert ist, gab man sich zur Causa wortkarg. Dort bestätigte man zwar, dass es ein laufendes Verfahren gäbe und dass man in zwei bis drei Wochen mehr wisse, doch wolle man telefonisch keine weiteren Auskünfte geben, da man mit der Kronen Zeitung diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht habe.

AS-Koma-Obmann Andreas Brazda hat inzwischen Rechtsanwältin Eva Maria Barki mit der Sache beauftragt. Diese sagte gegenüber Unzensuriert.at, dass allein schon die Einladung zum Strafausschuss der Menschenrechtskonvention widerspreche. „Man muss ihm schon bei der Einladung sagen, was ihm vorgeworfen wird und ihn darauf hinweisen, dass ein Rechtsanwalt die Vertretung übernehmen kann“, so Barki, die im Homepage-Bericht keine rassistischen Äußerungen erkennen kann, vielmehr einen Tatsachenbericht. Das Vorgehen des Verbandes gegen diese Veröffentlichung bezeichnet sie als „schweren Verstoß gegen die Meinungsfreiheit“.

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