Spindelegger zeigt kein Engagement für geschändetes Donauschwaben-Denkmal

Anfang März wurde die donauschwäbische Gedenkstätte im serbischen Gakovo (Kreis Sombor in der Vojvodina) zerstört. Die Grabplatten der Gedenkstätte wurden massivst beschädigt. Zwischen März 1945 und Januar 1948 kamen mehrere tausend Donauschwaben im berüchtigten Lager Gakovo unter furchtbaren Begleitumständen ums Leben. Erst im Mai 2004 konnte unter Federführung des Verbandes der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) eine entsprechende Gedenkstätte für die umgekommenen Donauschwaben errichtet werden.

Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften bestürzt über Schändung

Der Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs zeigte sich Anfang März bestürzt über die Schändung der Gedenkstätte. Bundesvorsitzender DI Rudolf Reimann:

Diese feige Tat versetzt jedem Donauschwaben auf der Welt zahlreiche Stiche in die Brust, wir alle sind aufgrund dieses unverständlichen Akts der Boshaftigkeit zutiefst bestürzt.

Eine Anfrage von FPÖ-Vertriebenensprecherin Anneliese Kitzmüller  an Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) sollte nun in Erfahrung bringen, welche Aktivitäten das Außenamt zu einer Renovierung bzw. Wiederherstellung der Gedenkstätte unternimmt.

Spindelegger zeigt keine Aktivitäten für Donauschwaben

Was dabei herauskam, ist bezeichnend für das Amtsverständnis des ÖVP-Bundesparteiobmanns, Vizekanzlers und Außenministers. Wohl ließ sich der österreichische Botschafter von serbischer Seite über den Vorfall unterrichten, weitere Aktivitäten wurden aber von der österreichischen Diplomatie nicht gesetzt. Man will die Angelegenheit ganz flach halten, wie die in Diplomatendeutsch gehaltene Anfragebeantwortung belegt:

Es ist davon auszugehen, dass die Tat weder mit Wissen noch mit Billigung durch die serbische Regierung verübt worden ist. Aus diesem Grund hat Österreich keine Protestnote an die serbische Republik gerichtet und den serbischen Botschafter in Wien nicht einbestellt.

Das beschädigte Denkmal steht nicht im Eigentum der Republik Österreich. Laut mir zur Verfügung stehenden Informationen steht der Friedhof im Eigentum der Stadt Sombor. Der Eigentümer und Erhalter des Denkmals hat sich bislang nicht an die Österreichische Botschaft in Belgrad oder das BMEIA mit der Bitte um Unterstützung gewandt. Ich gehe daher davon aus, dass der Eigentümer und Erhalter des Denkmals die Kosten der Restaurierung aus eigenen Mitteln bestreiten wird.

Der Ordnung halber weise ich darauf hin, dass die Errichtung bzw. Erhaltung von Kriegsdenkmälern nicht in die Zuständigkeit des Außenministeriums fällt.

Kurz zusammengefasst: Wir sind nicht zuständig, daher geht uns das nichts an und wir wollen auch nichts Näheres darüber wissen…

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