Grüne Gedenkkultur holt Guernica nach Dresden

Was hat die spanische Stadt Guernica mit der sächsischen Landeshauptstadt Dresden zu tun? "Nichts" wird wohl fast jeder Mensch darauf antworten, selbst einem Historiker wird dazu kaum ein Zusammenhang einfallen. Ganz anders sehen das die Dresdner Grünen.

Im Jahr 1937 tobte in Spanien ein Bürgerkrieg. Gemeinsam mit Italien unterstützte das Deutsche Reich den faschistischen General Francisco Franco gegen die Truppen der Volksfront. Um Francos Einheiten den Einmarsch zu erleichtern, kam es zum Bombardement der Stadt Guernica wobei rund 300 Zivilisten ums Leben kamen.

Grüne praktizieren Sippenhaftung

Kürzlich stellte die Grüne Fraktion im Dresdner Stadtrat einen Antrag, eine Straße nach besagter baskischer Stadt zu benennen. Durch eine Guernica-Straße oder einen Guernica-Platz wolle man „die persönliche, individuelle und gesellschaftliche Verantwortung für den Luftangriff der Sondereinheit ‘Legion Condor’ der deutschen Wehrmacht am 26. April 1937 auf die baskische Stadt verdeutlichen", wird die Grüne Argumentation von der Zeitung Junge Freiheit zitiert. Weiters sei Dresden deshalb so gut geeignet, da es schon vor der Machtergreifung Hitlers eine Hochburg der NSDAP und auch militärisch bedeutsam gewesen sei. Zur Erinnerung: Dresden war im Februar 1945 als Lazarettstadt nicht kriegsrelevant, verfügte über keine nennenswerten militärische Ziele und war den Bombenangriffen hilflos ausgeliefert. In nur einer Nacht wurde die mit Flüchtlingen überfüllte Stadt dem Erdboden gleich gemacht. Nach Angaben aus den ersten Nachkriegsjahren wurden mindestens 250.000 Menschen im Flammeninferno der Brandbomben getötet, später wurden die Opferzahlen immer weiter nach unten revidiert. Dennoch gilt die Stadt bis heute geradezu als Symbol des alliierten Bombenterrors.

Für die Grünen ist Dresden eine Konsequenz aus Guernica. In ihrem Antrag heißt es wörtlich:

Die Bombardierung von Guernica erwies sich als einer der ersten Schritte in der Entwicklung einer neuen Dimension des Luftkrieges, die im Zweiten Weltkrieg zur Bombardierung von Städten wie Warschau, Rotterdam, Coventry, Hamburg und eben auch Dresden führte.

Der Antrag wird abgelehnt

Bei der Abstimmung reichten die Stimmen der Grünen, der SPD und der Linken nicht aus, um den Antrag durchzusetzen, denn die Abgeordneten von CDU, FDP und NPD stimmten dagegen, und so kam es bei einer Stimmenthaltung mit 34 zu 34 Stimmen zu einer Pattsituation. Während der CDU-Fraktionsvorsitzende Georg Böhme-Korn die Ablehnung damit begründete, dass er keinerlei Zusammenhang Dresdens mit Guernica sehe, hält die FDP eine Erinnerung an Guernica in Dresden für vorstellbar, man wolle dies aber in eine "gesamte  Dresdner Gedenkkultur" eingebettet sehen.

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