„Interreligiöser Dialog“: Jungem Buddhisten droht bei Saudis die Todesstrafe

13. Juli 2012 - 14:15

Ein Jugendlicher aus Sri Lanka soll in Saudi-Arabien verhaftet worden sein, weil er vor einer Buddha-Statue gebetet hat. Nach Informationen der buddhistischen Organisation „Bodu Bala Senaa“ droht ihm nun die Todesstrafe. Wie die Zeitung Ceylon Today unter Berufung auf die Vereinigung berichtet, werden Hausangestellte aus Sri Lanka   immer wieder Opfer der strengen Scharia-Gesetze. Vier Jugendliche seien bereits enthauptet worden, zahlreiche junge Frauen habe man zum Übertritt zum Islam gezwungen. Rund 500.000 Menschen aus Sri Lanka sind dem streng islamischen Land tätig.

Familienmitglieder des verhafteten Jugendlichen haben indessen vor der saudi-arabischen Botschaft in Sri Lankas Hauptstadt Colombo demonstriert. Unter Tränen erbaten sie die Freilassung des jungen Mannes. Saudi-arabische Quellen weisen die Darstellung zurück und berichten, dass der Betroffene aus anderen Gründen festgenommen worden sei. Ihm drohe auch nicht die Todesstrafe, ebenso wenig seien andere Buddhisten hingerichtet worden. Ein Diplomat wird auf der Webseite von Arab News mit den Worten zitiert: „Abgesehen von muslimischen Zuwanderern aus Sri Lanka, leben auch Buddhisten und Hinduisten von dieser Insel ein glückliches und zufriedenes Leben im Königreich.“

Winter sieht fehlende Dialogfähigkeit der Saudis bestätigt

Die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Susanne Winter hält die Befürchtungen der sri-lankischen Buddhisten dennoch als glaubwürdig, sind doch aus Saudi-Arabien zahlreiche Hinrichtungen bekannt. Betroffen sind auch immer wieder Ausländer, oftmals wegen Verletzung religiöser Vorschriften. Für Winter zeigt sich dadurch, was von der Dialogfähigkeit der saudischen Wahhabiten als „selbsternannte Schirmherren des interreligiösen Dialogs“ zu halten sei.

Winter kritisierte in diesem Zusammenhang auch heftig, dass das Gehalt von Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner für ihr Engagement in der Geschäftsführung des „König-Abdullah-Zentrums für interreligiösen Dialog“ durch den österreichischen Staat „und damit durch die Steuerzahler“ finanziert werde. „Schon das von den Regierungsparteien bemühte Argument, man stimme für das Zentrum, weil es durch Saudi-Arabien finanziert werde, war wenig überzeugend. Jetzt stellt sich noch dazu heraus, dass nicht einmal das den Tatsachen entspricht“, so Winter. Die Personalsubvention sei daher strikt abzulehnen.

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