Mikroziele mit Mikrokrediten und „Social Business“

Nachdem sein Institut 1,2 Milliarden Euro an Hilfsgeldern von der Republik Österreich erhalten hat, fühlt sich der Generaldirektor der Erste Bank bemüßigt, Armut zu bekämpfen und sich konsequenterweise auf eine „Social Business Tour“ zu begeben. Diese wird ihn nach Wien, Pressburg, Prag, Budapest, Belgrad und Bukarest führen.

Um zu beweisen, dass er zu wirtschaften gelernt hat, stellt Dr. Treichl die Summe von zehn Millionen Euro für „Social Business“ zur Verfügung. Schließlich will er seine Bank ja nicht gleich in die nächste Krise manövrieren, aus der ihm dann in gewohnter Manier der Steuerzahler helfen müsste. Wer denkt, diese Summe sei trotzdem etwas knapp bemessen, wird von ihm eines besseren belehrt: "Man könnte denken, dass 10 Mio. Euro nicht viel ist, aber ein 10.000-Euro-Kredit z.B. in Rumänien ist ein Haufen Geld, mit dem man sehr viel bewegen kann.“

Der amtierende Sozialminister Rudolf Hundsdorfer ist ebenfalls auf diesen Zug aufgesprungen. Nicht nur was die Idee, sondern auch was die Überschaubarkeit der Ziele betrifft. Seit Mai dieses Jahres vergeben er und sein Ministerium Mikrokredite für Kleinstunternehmensgründungen. Das angesichts der Krise zynische Ziel: Bis 2014 sollen so 560 neue Arbeitslätze geschaffen werden. Dadurch stellt Hundstorfer einmal mehr die wirtschaftspolitische Legasthenie der Regierung unter Beweis. Anstatt damit Arbeitsplätze zu schaffen und abzusichern, werden Milliarden an Griechenland letztendlich verschenkt, um eine ansonsten angeblich drohende „Kernschmelze“ des Euro zu verhindern. Im Österreich müssen Mikrokredite und 560 neue Arbeitsplätze reichen, um die Bevölkerung vor dem wirtschaftlichen und sozialen Abstieg zu bewahren.

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