Lieferte China Atomwaffen an Saudi-Arabien?

Ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter behauptet in einem Buch, China habe während der Amtszeit von US-Präsident George W. Bush Atomwaffen an Saudi-Arabien geliefert. Nun läuft ein Anklage Verfahren gegen den 37-jährigen Jonathan Scherck. Der US-Geheimdienst wirft ihm den Bruch des Vertraulichkeitsabkommens vor.

Scherck veröffentliche das Buch "Patriot Lost", in dem er nicht nur scharfe Kritik an George W. Bush übt, sondern auch folgendes schreibt:

Wie ich noch im Detail darstellen werde, liegen Informationen vor, dass die Volksrepublik China im Laufe von mehreren Jahren, beginnend spätestens im Dezember 2003, ein schlüsselfertiges nukleares Flugkörper-System an das Königreich Saudi-Arabien geliefert habe. Dieser illegale Transfer, ein eklatanter Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag, ereignete sich zu einer Zeit, als Dick Cheney die nachrichtendienstlichen und außenpolitischen Ressorts der Regierung George W. Bush leitete.

CIA prüfte und untersagte Veröffentlichung

Die Staatsanwaltschaft wirft Scherck nun vor, er habe bei der CIA einem Geheimhaltungsabkommen zugestimmt, welches dem Geheimdienst gestattet, alle Materialen, die Scherck veröffentlicht, vorher zu überprüfen. Das habe der Geheimdienst auch bei dem Buch gemacht und eine Veröffentlichung nicht genehmigt. Trotzdem hat Scherck "Patriot Lost" wenige Monate später online veröffentlicht. Dem Ex-CIA Mitarbeiter, der von 2005 bis 2007 nachrichtendienstliches Material für den Geheimdienst ausgewertet hat, wird somit vorgeworfen, seine Treuepflicht gegenüber der CIA verletzt zu haben. Kurioserweise wurde Scherck nicht beschuldigt, dass seine Aussagen falsch seien. Nun soll eine einstweilige die Verbreitung des Buches verhindern.

Saudi-Arabien drohte erst vor kurzem damit, ebenfalls Atomwaffen zu entwickeln, falls der Iran in den Besitz solcher kommen sollte. Falls Scherck in seinem Buch tatsächlich die Wahrheit sagt, müsste das wahhabitische Königreich diese jedoch bereits besitzen.
 

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