FPÖ prüft Anzeige wegen Pilz-Dissertation

In einer Pressekonferenz erklärte FPÖ-Klubobmann HC Strache, dass derzeit die Möglichkeiten einer Anzeige gegen den Grün-Abgeordneten Peter Pilz geprüft würden. Grund dafür ist seine im Oktober 1983 verfasste Dissertation zum Thema "Ökonomische Bedeutung der Einführung neuer Medien".

Diese soll zu über 90 Prozent mit einer Studie für das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung aus dem Jahr 1982 übereinstimmen. Demnach wurden sogar Tippfehler, wie "12,50 Frnaken" oder "Kärtner" übernommen. Die Studie wurde ebenfalls von Pilz verfasst, allerdings in Zusammenarbeit mit Hannes Werthner. So habe Pilz nicht nur ein "Selbstplagiat" eingereicht, sondern seine Dissertation nicht einmal alleine verfasst, kritisierte Strache.

Von einem "Selbstplagiat" ist die Rede, wenn der Studierende dieselbe Arbeit in mehreren Lehrveranstaltungen abgibt oder bestehende eigene Texte, ohne dies auszuweisen, in wissenschaftlichen Arbeiten verwendet. Eine Dissertation ist eine wissenschaftliche Arbeit, welche zur Erlangung eines Doktorgrades notwendig ist.

Eine Rücktrittsforderung der FPÖ blieb jedoch vorerst aus. "Wir werden uns das jetzt ganz genau anschauen, da braucht es ein paar statistische Auswertungen, und wenn das zu Ende gekommen ist, werden wir auch die entsprechenden Schritte setzen.", kündigte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl an.

Peter Pilz wies den Vorwurf gegenüber Medien als "lächerlich" zurück und erklärte, die Sache sei bereits von der Uni Wien geprüft worden und "erledigt".

Unzensuriert griff Pilz-Dissertation erstmals auf

Bereits im März 2011 hat sich Unzensuriert.at als erstes Medium die Dissertation des Grün-Politikers näher angesehen. Unser Urteil damals: Zu dünn für ein Plagiat – auch inhaltlich. Die hohe Übereinstimmung mit der Studie war damals noch nicht bekannt.

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