Trafikantenvertretung: Nun ist der Staatsanwalt gegen Wirtschaftsbündler am Zug

Die Berufsvertretung der österreichischen Trafikanten wird zum Fall für den Staatsanwalt. Nachdem letzte Woche Teile der Wirtschaftsbundfunktionäre ihrem „Doppelobmann“ Peter Trinkl in der Wohlfahrtseinrichtung der Trafikanten ihre Gefolgschaft gekündigt haben, folgte nun eine Sachverhaltsdarstellung durch die Opposition in der Trafikantenvertretung. Grund dafür ist die undurchsichtige Gebarung im Privatverein Wohlfahrtsvereinigung, für die Trinkl und seine Stellvertreterin Gabriele Karanz verantwortlich sein sollen. Für die beiden Funktionäre gilt die Unschuldsvermutung. Wie der Branchenonlinedienst www.alles-tabak.net berichtete, sollen gut eine Million Euro Verlust in den Abschlussbüchern für das Wirtschaftsjahr 2011 stehen. Grund genug für die Oppositionsfraktion Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW), am 26. Juli 2012 eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien zu übermitteln.

Gegen „griechische Verhältnisse“ in der Wirtschaftskammer

Eingebracht wurde die Sachverhaltsdarstellung gegen Trinkl und Co. von prominenter Seite. Neben Ernst Gehring, Fraktionsführer des freiheitlichen Trafikantenverbandes im Bundesgremium der Tabaktrafikanten, trägt sie auch die Unterschrift von WKÖ-Vizepräsident und RfW-Bundesobmann Fritz Amann. Gehring und Amann möchten „griechische Verhältnisse“ in Wohlfahrseinrichtung und Wirtschaftskammer verhindern. „Es ist Zeit, dass die Strafbehörden die aufgetauchten Vorwürfe rund um die Wohlfahrtseinrichtung der Tabaktrafikanten Österreichs unter ihrem Chef, Bundesgremialobmann Peter Trinkl, prüfen", sagt Gehring.

Doppelfunktion soll durchleuchtet werden

Kern der freiheitlichen Sachverhaltsdarstellung ist eine mögliche „Gemengelage“ zwischen Interessensvertretung und Privatverein, so Gehring: "Insbesondere soll auch aufgeklärt werden, ob es 'Unschärfen' zwischen der Gebarung der Wohlfahrtseinrichtung und des Bundesgremiums der Trafikanten in der WKÖ gibt“. Durch die jahrelange Doppelfunktion zwischen dem Wirtschaftsbund-Duo Trinkl/Karanz sieht man hier fundamentalen Aufklärungsbedarf. Neben der Sachverhaltsdarstellung formulieren die freiheitlichen Interessensvertreter in der WKÖ aber auch ein weitergehendes Forderungspaket. So soll ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer alle Geschäftsvorgänge bei gemeinsamen Projekten von Wohlfahrtseinrichtung und Kammergremium unter die Lupe nehmen, gleichzeitig soll ein kammerinterner Untersuchungsausschuss, zusammengesetzt aus allen drei Fraktionen, die Vorgänge durchleuchten. Wirtschaftskammervizepräsident Amann (RfW) rät den Wirtschaftsbündlern Trinkl und Karanz jedenfalls zum sofortigen Rückzug aus allen Funktionen in Wohlfahrtseinrichtung und Wirtschaftskammer. Vor allem der schwarze Multifunktionär Trinkl sei als Finanzreferent der Wirtschaftskammer Niederösterreich durch die Vorgänge in der Wohlfahrtseinrichtung absolut untragbar geworden.

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