Nach ESM-Zustimmung: “Evas Sommertour” als Spießrutenlauf?

Heute starten die Grünen mit " Evas Sommertour" eine Bustreise quer durch Österreich. Jeder ist dabei eingeladen, mit Eva Glawischnig zum "Grillen und Chillen" mitzukommen. Vor allem gehe es Glawischnig darum, den Menschen zuzuhören, um zu erfahren, was sie bewegt und ärgert. Gut möglich, dass sie sich dabei eine Menge Kritik anhören muss. Besonders die Zustimmung zum ESM löste auf Glawischnigs Facebook-Profil sehr viel Unmut aus.

Die Grünen stimmten zusammen mit der SPÖ und der ÖVP für den Europäischen Stabilitätspakt (ESM). In diversen Medien werden die „Pseudo-Ökos“ als Retter hochgejubelt, die möglicherweise einmal mehr ein Zeichen zukünftiger Regierungstreue gezeigt hätten. Spekuliert wird bereits über eine Dreierkoalition von Rot, Schwarz und Grün nach der kommenden Nationalratswahl. In Sachen EU-Diktat waren sich die Parteien in der Vergangenheit schon immer einig. Vertragsänderungen zur Abgabe österreichischer Interessen an Brüssel wurden stets in gemeinsamer Eintracht beschlossen.

Doch was sagt die „grüne Basis“ zur Politik der Obrigkeit? Hat man in letzter Zeit den Facebook-Auftritt der grünen Chefin Glawischnig verfolgt, wird der Eindruck einer Revolte erweckt. Unzensuriert.at wurden mehrere Auszüge zugespielt.

Facebook-Freunde gehen mit Glawischnig hart ins Gericht

„Hoffentlich könnt Ihr nicht mehr ruhig schlafen, nachdem ihr zusammen die Zukunft unserer Kinder verkauft habts“, zeigte sich Sabine L. mit ihrem Eintrag erbost. Drastischer formulierte es Richard J. Er hinterfragt, ob die Grünen von allen guten Geistern verlassen worden seien. Dass der Grüne Werner Kogler die ESM-Gegner als Populisten bezeichnet, sieht J. als eine „Frechheit sondergleichens“. Und er wünscht den Grünen bei der nächsten Wahl einen Absturz unter 4 Prozent.

Anfangs versöhnlich meint es Franz. So könne er nicht verstehen, was so schlimm am ESM sei. Damit rücke Europa auf jeden Fall näher zusammen. Allerdings eine Stunde später schreibt Franz ganz anders. So habe er mittlerweile den Vertragstext gelesen und könne nicht glauben, dass die Grünen dem zustimmen konnten. Dass die Grünen seine Stimme nicht mehr bekommen würden, sei selbstredend.

Ein anderer User bezeichnete die Grünen als eine Schande für die Demokratie. Er würde weiters beten, dass die „machthungrige Vollidiotin Namens Glawischnig ihre Rechnung präsentiert bekommt“. Glawischnig selbst dürfte auf solche Einträge nicht gut zu sprechen sein. Kritische Einträge würde sie offenbar den „Rechten“ zuordnen, wenn man den Kommentar von Bernhard J. richtig deuten darf.

Übrigens: Der Bundeskongress der Grünen wählt schon im Herbst eine neue Liste für die Nationalratswahl. Jeder und jede der 400 Delegierten müsse selbst entscheiden, wer auf diese Liste kommen soll. Ausreichend Gesprächsstoff werden die Grünen mit Sicherheit haben.
 

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